Die Züge fuhren pünktlich – großer Bahnhof auf der ehemalige Kanonenbahn-Brücke zur Radwegeeinweihung Lollar-Wißmar

Jan-Erik (links) und Marc, die beiden „Lokführer” weihen mit vielen Kindern die restaurierte, ehemalige Kanonenbahn- Brücke ein, die Teil der Radwegeverbindung zwischen Lollar und Wißmar ist.

(Foto. Volker Mattern)

(vm).Zwischen Wißmar und Lollar fahren die Züge noch pünktlich. Wer behauptet also, die Bahn sei unpünktlich, wurde eines besseren belehrt. Ob es jetzt an den beiden „Lokomotiven”, Marc Nees und Jan-Erik Dort lag, oder eher an der „Schaffnerin, Jutta Preiß von der Wald-KiTa Wißmar, konnte nicht genau ausgemacht werden. Auf jeden Fall war die offizielle Einweihung der ehemaligen Kanonenbahnbrücke, die Lollar mit Wißmar verband ein buntes Spektakel. Richtige Züge fahren dort freilich nicht mehr, aber in einem hervorragend restaurierten Zustand nutzen seit ihrer inoffiziellen Freigabe im März dieses Jahres zahlreiche Fußgänger und vor allem Radfahrer dieses Verbindungsstücke über die Lahn, als Teil des Lahn-Radwanderweges „Radweg Deutsche Einheit” und attraktive Nahverbindung zwischen Marburg und Wetzlar. Die so oft propagierte Verkehrswende vollzieht sich im Kleinen. So zumindest die Beobachtungen der beiden Bürgermeister Marc Nees (Wettenberg) und Jan-Erik Dort (Lollar). Das hängt natürlich auch mit dem Angebot einer gut ausgebauten Infrastruktur zusammen. Viele Pedaleure hatten sich auf der Brücke zur offiziellen Einweihung eingefunden und eine wunderbare Idee war es die, zwei Eisenbahnen, bestehend aus Kindern und den jeweiligen Bürgermeistern als Lokomotiven, in einem kleinen Wettbewerb fahren zu lassen. Gewonnen hat der Zug aus Wettenberg, mit 19 Kindern als Waggons). Lollar brachte es auf neun. Offensichtlich hatte Marc Nees mehr Dampf. Es ging aber um den Spaß und die Analogie zu dieser geschichtsträchtigen „Kanonenbahn”. An die hat auch der Wettenberger Bürgermeister noch schöne Kindheitserinnerungen, wie er in seinem Grußwort verriet und erzählte, wie es war, als er mit seiner Großmutter als kleiner Bub oft im Schienenbus mit nach Lollar zum Einkaufen fuhr. Das sanierte Bauwerk ist, wie es hieß, auch ein gutes Beispiel für eine unbürokratische interkommunale Zusammenarbeit der beiden Kommunen. Die Hauptabwicklung des Projektes lag bei der Stadt Lollar und damit verbunden auch die Beantragung der Fördergelder und im Rahmen der Eindrittel-Zweidrittellösung erfolgt eine Verrechnung nach endgültigem Abschluss intern zwischen den beiden Kommunen Mit der neuen Radwegeverbindung haben Radfahrer nun eine kürzer und vor allem sicherere Verbindung zwischen den beiden Gemeinden – bislang musste der Weg über die Badeburg genommen werden. Die Rampe auf Wißmarer Seite wurde neu modelliert und entspricht mit einer Breite von 2,50 Meter den Anforderungen für Radwege, auch im Begegnungsverkehr. Die Randbereiche werden sind aufgehübscht. Die Brücke überspannt die Lahn und die Flussmitte ist an dieser Stelle auch die Gemarkungsgrenze zwischen Lollar und Wettenberg. Die Historie der Brücke als Teil der ehemaligen „Kanonenbahn” und mit gewissen Charme konnte diese Geschichte auch baulich in Teilen noch dargestellt werden. Der neue Belag liegt auf den alten Brückenteilen und an beiden Brückenenden weisen in den aufgeweiteten Bereichen Felder mit groben Gleisschotter auf diese Geschichte hin. Auf ihrer gesamten Längen teilen Sitzmöglichkeiten den Brückenverlauf. Wie es hieß, ist die aus Wißmarer Sicht linke Seite die lastschwächere, während die andere Seite – dort wo auch der Schienenstrang verlief – die belastbarere und breite Seite ist, damit dort im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht auch im Winter der Streu- und Räumdienst gewährleistet werden kann. Der führt auch vorbei am Holz- und Technikmuseum Wißmar und dem benachbarten Pumptrack. Beide Einrichtungen sind aus touristischer Sicht markante Einrichtungen und werden durch die Radwegeverbindung noch weiter aufgewertet.

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