100 Jahre im Einsatz für den Obstbau, die Garten- und Landschaftspflege – Obst- und Gartenbauverein Launsbach feierte sein Vereinsjubiläum

Günter Hofmann und David Rempen (v.l.) sowie Georg Hohmann (mitte) und Monika Müller (rechts) mit den Jubilaren Franz Skopko, Ilse Friedrich und Margret Hahn (v.l.).

(Foto: Volker Mattern)

(vm).Immer mehr rücken gesunde Ernähung und damit verbunden, der Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten in das Bewusstsein, besonders auch junger Menschen und Familien mit Kindern, gerückt. Daran haben auch die Obst- und Gartenbauvereine ihren Anteil. Wenn ein solcher Verein auf eine 100 Jahre alte Tradition blicken kann, dann sind nicht nur geprägt von Höhen, sondern auch von besonderen Herausforderungen. Der Obst- und Gartenbauverein Launsbach hat in diesem Jahr seine 10 Jahrzehnte überdauert und ist zu Recht stolz. Das Vereinsjubiläum feierten die Mitglieder auf dem Gelände des „Wandervogel Höhenflug”, auf dem Falkenberg. Dort freute sich Vorsitzender, Georg Hohmann, über die Resonanz, vor allem auch der vielen Gäste anderer Ortsvereine und Vertreter regionaler und überregionaler Verbände und naturnaher Vereine. Es gehört dazu, das Grußwort als Rückblick zu gestalten. Dabei machte der Vorsitzende, der vor vier Jahren die Nachfolge des bis dahin seit 40 Jahren amtierenden Vorsitzenden, Ernst Friedrich, übernahm, deutlich, dass die 11 Gründungsmitglieder vor 100 Jahren vor allem die Verbesserung der Ernährungssituation und der wirtschaftlichen Lage im Sinn hatten. Die Verbreitung von Fachinformation, das Organisieren von Vorträgen, Lehrfahrten und Obst- und Gemüseausstellungen, die Förderung des Erfahrungsaustausches und die Beschaffung gemeinschaftlich genutzer Gerätschaften bildeten den Kern der Vereinsarbeit. Das war alles vor dem 2. Weltkrieg und nach Wiederaufnahme des Vereinslebens 1946 standen weiterhin der Anbau von Obst- und Gemüse zur Verbesserung der Lebensverhältnisse im Vordergrund. Der Obst- und Gartenbau Launsbach konnte konnte bei Ausstellungen des Gartenbauverbandes des Kreises Wetzlar mit guten Erntreergebnissen glänzen. Um auch qualitativ minders Obst verwerten zu können, wurde 1952 eine Packpresse angeschafft, zu deren Finanzierung Vereinsmitglieder Anteilscheine zusammentrugen. Noch bis 1995 stand die Presse bei Mitgliedern in deren Scheunen, Garagen und Ställen und wurde von mehreren Keltermeistern bedient. Mitte der 60er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der Vereinsarbeit. Die wirtschaftliche Bedeutng des Obstbaues sank bei den Mitgliedern, damit verbunden auch die Nachfrage gemeinschaftlicher Gerätenutzung. Der Bestand wurde aufgelöst und dass eher gesellige Vereinsleben kristallisierte sich heraus. Mehrtagesfahrten standen an , Waldkonzerte als Vorläufer des „Wäldchesdoages” wurden ausgerichtet und Ruhebänke in der Gemarkung aufgestellt. In den 1980er Jahren dann wieder eine Veränderung und zwar mit dem Gewinn der Bedeutung der Landschaftspflege für den Obstbau . Mehrere Mitglieder absolvierten die Ausbildung zum Fachwart und der Verein pachtete die Obstwiese am Beuerstädtert Berg von der Gemeinde. Die erlernten Fähigkeiten dienten für einen fachgerechten Schnitt von Altbäumen und vielfach auch von Veredlungen. Über 20 Jungbäume wurden gepflanzt und in den 1990er Jahren nimmt man auch die Pflege der alten Obstbaumbestände wieder auf, einhergehend mit Ersatzpflanzungen. Die Aktivitäten vervielfältigen sich und jungen Mitglieder backen seit einigen jahren im Rahmen der Obstversteigerungen im Backhaus Obstkuchen. An weiteren Jahresterminen backt man zudem auch Brot. Georg Hohmann endete bei seinem Rückblick mit dem Wunsch und der Bitte, ein Gartengrundstück pachten zu können, denn der Gartenbau sei dem Verein eine besondere Herzensangelegenheit. So könne man als bisheriger Obst- und Kelterverein ein weiteres Standbein schaffen. In Vertretung von Bürgermeister Marc Nees, sprach Günter Hofmann ein festliches Grußwort und gratulierte als 1. Beigeordneter auch namens der gemeindlichen Gremien. Man dürfe mit Respekt und Hochachtung auf die Leistungen der Gründerväter und aller nachfolgenden Vereinsmitglieder blicken, die mit Weitsicht, Sachverstand un Herzblut den Verein geführt hätten. Als Gründungsmitglie der 2025 aufgelösten Landschaftspflegegemeinschaft war es Günter Hofmann auch ein Anliegen, auf die verläslliche Partnersachaft und Mitwirkung des Obst- und Gartenbauverein Launsbach, wie auch der anderen Obst- und Gartenbauvereine hinzuweisen. Als Wissensspeicher verbinde der Jubiläumsverein nicht nur Gartenbaubegeisterte, sondern ganze Generationen. Er überreichte an den Vorsitzenden einen Jubiläumszuschuss in Höhbe von 500 €. Die Feier bot auch den würdigen Rahmen für die Ehrung langjähriger Mitglieder. Ilse Friedrich und Margret Hahn wurde für je 25 Jahren Mitgliedschaft geehrt und der Jubilar Franz Skopko hält dem Verein seit 40 Jahren die Treue. Zu den Gratulanten gehörten auch die Geschäftsführerin des Kreisverbandes Lahn-Dill für Obstbau, Garten- und Landschaftspflege, Monika Müller sowie vom Landesverband, Vorstandsmitglied, David Rempen, die gemeinsam die Ehrungen mit durchführten und Urkunden ihrer Verbände an das Geburtstagskind überreichten. Die Launsbacher Ortsvereine gratulierten durch ihre Vertreter und für den NaBu Wettenberg sprach Vorsitzender, Dr. Tim Mattern.

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