Für alle war kein Platz auf der Bank aber alle waren stolz und zufrieden mit der Restaurierung, inklusive Ralf Bremer (5.v.l.) und Roberto Röhrsheim (links sitzend).
(Foto: Volker Mattern)
(vm).Wie neu strahlt sie – die erste von zunächst noch 10 weiteren zu restaurierenden Ruhebänken, bewerkstellig durch die Seniorenwerkstatt Wettenberg. Sie steht eingangs des Fohnbachtals, am Abzweig zum Heeggraben. Gefertigt aus hochwertigen Lärchenholz, das eine hohe Witterungsbeständigkeit aufweist hat und zu den schwersten und härtesten heimischen Nadelhölzern zählt, macht sie einen wertigen Eindruck. Das hat seinen Preis, den die versierten Handwerker der Seniorenwerkstatt müssen das Holz einkaufen. Roberto Röhrsheim, Sprecher der Traktorfreunde Krofdorf-.Gleiberg und seine Mitstreiter zeigten sich sehr zufrieden mit der Arbeit. Dank einer Spende von ihnen, die diese bereits vor Wochen an die Seniorenwerkstatt überreichten, ist eine Finanzierung des Materials gesichert. 1.100 € waren es, die aus dem Maibaumfest der Traktorfreunde erlöst wurden. Damals war auch Bürgermeister, Marc Nees, mit dabei, der die Geste der Traktorfreunde ebenso würdigte wie das Engagement der Seniorenwerkstatt. Es ist ein Anfang gemacht mit dieser Bank und wir müssen schauen, wie weit wir kommen, sagte Ralf Bremer, Vorsitzender der Seniorenwerkstatt. Es sind Dutzende von Bänken im Krofdorfer Forst, an denen der Zahn der Zeit genagt hat und die zur Restaurierung anstehen. Von einem Investitionsstau sei aber keineswegs zu sprechen, wurde gescherzt.
Hartmut Mülich und seine schon legendäre Erbsensuppe aus der Gulaschkanone
(Foto: Volker Mattern)
(vm).Die Schlange war lang, vor dem Bürgerhaus auf der Mehrgenerationenwiese in Launsbach, aber es lohnte sich, geduldig anzustehen. Hartmut Mülich stand wieder an der Gulaschkanone, aus der es schmackhaft roch und heißer Dampf aufstieg. Längst wissen die „Lauschbächer Eiskaale”, dass es sich an einem solchen Tag lohnt, die eigene Küche kalt zu lassen. In Eigenregie, mit Unterstützung seines Teams, bot der ehemalige Feuerwehraktive und jetziges Mitglied der Ehren- und Altersabteilung wieder Erbseneintopf an. 220 Liter, wahlweise mit Wursteinlage, gingen weg wie warme Semmel. Die Hungrigen kamen mit Töpfen unter’m Arm und sogar Vorbestellungen habe es gegeben, freut sich der Hobbykoch und lacht verschmitzt, als man ihm nach dem Rezept der in der Tat hervorragend schmeckenden Suppe fragt. Das will er aber nicht preisgeben und es liege für alle Fälle im Tressor der Feuerwehr gut verwart. Die Gulaschkanone ist ein schmucker Einachsanhänger, den Hartmut Mülich vor vielen Jahren mit Feuerwehrkameraden auf Vordermann brachte. Er ist vom TÜV abgenommen und kann somit zu anderen Einsatzorten verbracht werden. Das Modell stammt aus NVA-Beständen der ehemaligen DDR. Wenn der heimliche „Sternekoch” auf dem Treppchen am riesigen Bottich steht, in dem die Gaumenfreude durch eine Holzfeuerung erhitzt wird und er den selbst hergestellte großen, hölzernen Kochlöffel schwingt, ist er in seinem Element.
Vorsitzender Thomas Wagenbach (rechts) mit den Siegern
(Foto: Volker Mattern)
(vm).17 Mannschaften gingen an den Start und während knapp fünf Stunden rollten insgesamt 1.800 Kugeln über die Kegelbahn im Wißmarer Bürgerhaus. Der Kegelclub „Alle Neun” Wißmar hatte Ortsvereine und Gruppierungen zu Gast beim Ortspokalkegeln. Vorsitzender Thomas Wagenbach zeigte sich zufrieden mit der Resonanz und dem Verlauf. Es gingen mehr Mannschaften an den Start als im Vorjahre, jedoch war die Anzahl der Einzelkegler rückläufig. Dies hatte sicherlich auch seinen Grund in der Tatsache, dass einige der Teilnehmer für mehrer Vereine antraten, in denen sie Mitglied sind. Neben dem sportlichen Wettbewerb stand natürlich auch der gesellige Teil mit im Vordergrund. In der Mannschaftswertung siegte das Team „Die Holzfäller” mit 205 Holz, gefolgt auf Platz 2 von der FSG Wettenberg mit 489 Holz und Platz 3 belegte das Team „Wißmarer Bierbuben”. In der Dameneinzelwertung kam Andrea Fiedler mit 67 Holz auf Platz 1. Melanie Platz warf 63 Holz und belegte den 2.Platz, gefolgt von Cornelia Pfeiffer mit 62 Holz und damit Platz 3. Bei den Herren siegte in der Einzelwertung Simon Keiner mit 83 Holz. Ihm folgten Nico Weber mit 82 Holz und Carsten Fiedler mit 74 Holz. Das Reklement sah vor, dass bei einer Mannschaftstärke von vier Personen das schlechteste Ergebnis gestrichen wurde. Jeder Kegler hatte 10 Wurf in die Vollen.
Nicole Daniel (links) nach der Vertragsunterzeichnung mit Marc Nees, im Beisein von Burkhard Schmitt, Vanessa Heerdt und Alexander Bath (v.l. stehend).
(Foto: Volker Mattern)
(vm).“Ich freue mich, endlich wieder in den Töpfen rühren zu können und für meine Gäste am Herd Speisen zuzubereiten”, sagt Nicole Daniel mit ehrlicher Überzeugung. 21 Jahre war sie Pächterin der Bürgerhausgastronomie in Kleinlinden und ihre Leidenschaft und Erfahrung will sie nun im Bürgerhaus Wißmar fortführen. Der Vertrag mit der Gemeinde Wettenberg ist unterzeichnet und wenn alle noch zu tätigen baulichen Umgestaltungen und anderer Abwicklungen für den Betrieb abgeschlossen sind, ist der Plan, am 1. Dezember offiziell starten zu können. „Ich denke, wir werden ein gutes Team”, sagte sie bei der Vertragsunterzeichnung im Sitzungszimmer Burgenblick im neuen Wettenberger Rathaus und Bürgermeister Marc Nees erwidert, dass er froh und dankbar für ihre Bewerbung gewesen sei. „Es ist nicht leicht, heutzutage noch gute und verlässliche Fachkräfte zu gewinnen”. Es ist eine komplexe Aufgabe und Herausforderung, grade eine Einrichtung wie ein Bürgerhaus auskömmlich zu bewirtschaften, so der Rathauschef weiter und ergänzend hierzu Nicole Daniel, „Es ist nicht damit getan, einfach die Tür aufzuschließen”. Das sie zweifelsohne die Herausforderung auch mit Herzblut betreibt, hat sie an ihrer alten Wirkungsstätte über all die Jahre eindrucksvoll und zur Zufriedenheit ihrer Kunden und Gäste bewiesen und das will sie auch im Wißmarer Bürgerhaus fortführen und damit die Vakanz dort beenden . Unterstützung hat sie durch ihre Tochter Anne Marie Daniel, die sich um den Bürokram mit den kaufmännischen und buchführerischen Aufgabe kümmert und durch Schwiegersohn Ben Holz. Personal zur Unterstützung aus dem ehemaligen Mitarbeiterstamm würde sich sicherlich wieder finden, so Marc Nees. Zunächst ist das Ziel, die Öffnungszeiten betreffend, Dienstag bis Samstag, jeweils von 17 – 22 Uhr – die Küche hat jeweils bis 21 Uhr offen. Sonntags, so ihre Erfahrung, kommen eher weniger Gäste, weil da meist Ausflüge der Menschen auf dem Plan stehen und viele Freizeitangebote in der näheren und weiteren Umgebung locken und der Montag wird gebraucht, um durch Einkäufe und ähnliches den Betrieb für die Woche vorzubereiten. Wenn aber Bedarf bestünde, beispielsweise um eine Familienfeier am Sonntag auszurichten, dann reiche die Flexibilität auf jeden Fall, um eine solche Anfrage nicht abzulehnen, verspricht Nicole Daniel. Überhaupt weiß sie, dass man das Hauptgeschäft längst nicht mehr mit dem normalen Wirtschaftsbetrieb an sich machen kann, sondern auf Möglichkeiten wie der Ausrichtung von Größeren Veranstaltungen wie Tagungen und Seminare angewiesen ist, ebenso gerne Stammtische und Klassentreffen empfängt. Da hat sie sich in Kleinlinden einen großen und zufriedenen Kundenstamm aufgebaut und diesen auch bereits über ihren Wechsel zur neuen Wirkungsstätte informiert, in der Hoffnung und dem Wunsch, das Stammgäste ihr weiterhin die Treue halten und sie selbstverständlich Neue aus dem näheren Umfeld hinzugewinnt. Was die Küche so bieten soll, da gibt sie sich realistisch und bodenständig. Den Begriff „Gut Bürgerlich” mag sie nicht so, eher schon gute Hausmannskost und dazu gehören auch mal saisonale Angebote wie beispielsweise Haxenessen und Rippchen mit Kraut, Schnitzel und Soßen und Salate bereitet sie selber zu. Der Pachtvertrag umfasst die Gaststätte, den Grünen Salon mit Terrassenbewirtschaftung in den Sommermonaten und die Möglichkeit, auch den Saal und andere Räume bei Bedarf bespielen zu können, so dass kulturelle Veranstaltung, wie beispielsweise Fremdensitzungen, weiterhin durchgeüfhrt werden können. Er hat eine Laufzeit von zunächst fünf Jahren, mit der Option für ein weiteres halbes Jahrzehnt, so Alexander Bath, vom Fachbereich Hauptverwaltung Immobilienmanagement im Rathaus. Mit dabei bei der Vertragsunterzeichnung auch die Mitarbeiterin Vanessa Heerdt von der Liegenschaftsabteilung und Burkhard Schmidt, Gebietsverkaufsleiter der Bitburger Braugruppe. Es hat sich vieles verändert, gesellschaftlich allgemein und im Verhalten der Menschen konkret, merkt Nicole Daniel an und es wird nicht einfacher, auch mit Blick auf bestehenden Gastronomieeinrichtungen, die auch ums Überleben kämpfen. Was sich in all den Jahren nicht verändert hat, sind die zu einer guten Gastronomie gehörenden Tugenden Hygiene, Qualität des Essens, Zuverlässigkeit und Ordentlichkeit, weiß sie und damit will sie punkten und überzeugen. Der Name der Bürgerhausgastronomie in Wißmar ist quasi Programm griffig und mit „Nicole” in eine ganz persönliche Note gepackt. Anfragen unter info@bgh-wissmar.de
Viel Spendengeld für viele gemeinnützige Organisationen
(Foto: Volker Mattern)
(vm).Unter Kutte, lederner Motorradkluft und manch auffälligem Piercing und Tattoo, schlägt ein weiches Herz, mit viel Sinn und Gespür für Institutionen und Organisationen, die, egal ob für Mensch oder Tier, aus Überzeugung gutes tun und dabei meist ausschließlich auf Spenden angewiesen sind, die für ihre Arbeit dringend gebraucht werden. Im Sommer fand zum 5. Male das Festival „Bikers for Charity” auf dem Gelände des Wißmarer Sees statt und wie schon die Jahre zuvor, kommt der Erlös aus dieser dreitägigen Veranstaltung gemeinnützigen Zwecken zugute. 19.000 € waren es diesmal in der Summe, die an 10 verschiedene Organisationen verteilt wurden. Die Schecks in Höhe von 1.000 bis 2.500 € wurden von den jeweiligen Vertretern der Motorradclubs aus Mittelhessen verteilt, die unter dem Dach von „Bikers for Charity” gemeinsame Sache machen. Im Restaurant „Zum Kormoran” trafen sich Spender und Spendenempfänger, wo Mike Will alle herzliche willkommen hieß. Er ist nicht nur mit seiner Familie und Team Betreiber des Restaurant, sondern auch des gesamten Freizeitgeländes mit Campingplatz. Vor allem aber ist er auch Vorsitzender von „Bikers for Charity”. Spendenempfänger waren die „Gemeinnützige Känguru Wohnen GmbH Kinderhaus Nesthäkchen”, die Hilfsorganisation für Querschnittgelähmte „Querschnitte”, der Tierschutzverein Diez, die Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche „Charly & Lotte”, das Tierheim Cappel, der Förderverein Epidermolysis Bullosa e.V. „Haus Hohensolms gGmbH”, die Mini- und Jugendfeuerwehr Wißmar, das Hundezentrum Hessen und der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Gießen. „Bikers for Charity e.V.” ist ein gemeinnütziger Verein, der sich vor vier Jahren gründete und unter dessen Dach sich mehrere befreundete Motorradclubs aus dem mittelhessischen Raum zusammengetan haben. Alle vereint im Bekenntnis, nicht nur sich selber zu feiern, sondern dabei vor allem auch an andere zu denken. Letztlich soll es somit auch immer eine Wohltätigkeitsveranstaltung der besonderen Art sein, betonte der Vorsitzende, der auch dem 2. Vorsitzenden, Mario Hofmann und Kassierer Erik Metzger dankte. Die Vertreter der Spendenempfänger, die ihre Arbeit kurz vorstellten, lobten das Engagement des gemeinnützigen Vereins „Bikers for Charity” als beispielgebend und zeigten sich überaus dankbar für die Zuwendungen. Mit der Spendenübergabe ging der Blick schon ins kommende Jahr, wenn man sich vom 11. bis 13. Juli wiedersehen will. Insgesamt konnten bisher Spenden in Höhe von 59.000 € ausgeschüttet werden.
Jürgen Leib (4.v.r.) leitet die heimatkundliche Exkursion
(Foto: Volker Mattern)
(vm).Grenzen trennen, können fließend sein, überdauern lange und machmal auch nur kurze Zeiträume. Weilburg liegt etwa 50 Kilometer von Gießen entfernt. Da war die Frage berechtigt, warum es ein Straßennamensschild „”Weilburger Grenze” an der Pereferie der bebauten Gießener Ortslage gibt. Die Frage sollte nicht unbeantwortet bleiben und auch auf viele andere Fragen hatte, Dr. Jürgen Leib eine Antwort. Ihn konnte der Heimat- und Geschichtsverein Krofdorf-Gleiberg für eine spannende, mehrstündige geschichtshistorische Exkursion gewinnen. An der Stelle mit dem Straßennamensschild „Weilburger Grenze”, verläuft heute die Gemarkungsgrenze zwischen Gießen und Wettenberg. Der Hinweis hat also nur historische Bedeutung. Dennoch ist die Geschichte dahinter spannend und mit großer Sach- und Fachkenntnisse vermittelte Jürgen Leib den Teilnehmern die Zusammenhänge, die zurückzuführen sind um das Jahr 1150 und die Teilung der Grafschaft Gleiberg. Seit Jahrhunderten habe die alte Landesgrenze Bestand gehabt, was zusammen hing mit wechselnden Machtverhältnissen, zwischen den Herren von Tübingen, den Landgrafen von Hessen-Darmstadt, den Herren von Merenberg und den Grafen von Nassau-Weilburg bis 1816 das Gebiet schließlich an Preußen fiel. Die Exkursion durch verschiedene Punkte im mittleren Lahntal führte dann in die neuere Geschichte. Jürgen Leib erinnerte am Werner-Gleim-Damm an die bereits in den 1970er Jahren angestrengten Überlegen der Stadt Gießen, die Weststadt durch einen Deich vor Überflutungen zu schützen. 2009 wurde der Damm nach einjähriger Bauzeit fertiggestellt. Man blieb in der Gegend und nicht weit weg liegt die „Gummiinsel”. Welche Wandlung dieses einstige Notquartier in der Weststadt zum Kulturdenkmal vollzog, ist hoch interessant und ein Beispiel gelungener städtebaulicher Entwicklung unter Beachtung sozialer Komponenten. Im Städtebauförderungsprogramm verankert und zweimal im Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus”erhielt das Quartier durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit als Premiumprojekt die entsprechende Auszeichnung. Weiter ging die Runde mit privaten PKWs zu den Heuchelheimer-Dutenhofener Seen. Heute Magnetpunkte für Freizeitnutzung sind sie Zeugen gelungener Rekultivierung einstigen großflächigen Abbau gebundener Sand-, Kies- und Schottervorkommen. Den Landkreis Gießen verlassen machten die Teilnehmer Halt an der Schleuse von Dorlar, einem historischen Erbe der Lahnschifffahrt, was zurückgeht bis in die Römerzeit, wo der Fluss Bedeutung erlangte als Handels- und Transportweg. Der Dom von Wetzlar und der Kalsmunt kamen in Sichtweite und das die alte Goethestadt und ehemals freie Reichsstadt mit Sitz des Reichskammergerichtes mehr ist als Buderus und Leitz, konnte Jürgen Leib vor Ort an vielen Punkten fest- und deutlich machen. Verschont von den Bombardierungen der Alliierten im 2. Weltkrieg genießt die Altstadt mit dem Dom als Simultankirche und Wahrzeichen der Stadt einen besonderen Reiz. Durch zahlreiche Orte, Plätze und Bauten wird alte und mittelalte Geschichte sicht- und erlebbar. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Wetzlar zu einem wichtigen Standort für die Schwerindustrie sowie die optische- und feinmechanische Industrie. Wie und warum ein Pferdekopf für Wirbel sorgte und Geschichte schrieb rief der Exkursionsleiter dann am Römischen Forum in Waldgirmes noch einmal in Erinnerung, bevor es wieder zurück in die Heimat ging und der Abschluss auf der geschichtsträchtigen Burg Gleiberg stattfand. Der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins dankte Jürgen Leib für die Exkursion.
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