Heimspiel für Fabian Münch

(Foto: Volker Mattern)

(vm).Wie nicht anders zu erwarten, die Burg Gleiberg steht noch. Sie hat in ihrer über 1000jährigen Geschichte schon so manchen Sturm überlebt und auch das jüngste Großereignis konnte dem mittelalterlichen Baudenkmal in seinen Grundfesten nichts anhaben. Es bot aber einmal mehr eine prachtvolle Kulisse, und die herbe Schönheit seiner hohen und dicken Mauern passte irgendwie zu dem, was auf dem Burghof zu sehen und vor allem zu hören war. Nach der letztjährigen Pause hieß es wieder „Gleiberg Rocks”. Wir mussten einfach mal durchatmen, auch um uns neu zu orientieren, so Sabine Glinke. Die Krofdorferin hatte mit ihrem Unternehmen „SG Events & Medien” und einem großartigen Team an Helfern die künstlerische Pause sinnvoll genutzt. Dafür sprach auch die Umsetzung ihrer Idee, den Festivalabend komplett unter EIN musikalisches Motto zu stellen. Nicht mehr unterschiedliche musikalische Stilrichtung wurden geboten, sondern gleich drei Tribute-Bands, standen auf der Bühne und rockten, was das Zeug hielt. „Seattle Sound – One Night of Grunge” lautete das Thema und die Rechnung ging voll auf. Knapp 400 Fans dieses in Seattle sich in den 90er Jahren völlig neu entwickelten Musikstils ließen sich gehen, tanzten, was die Sohle hergab, folgten harten E-Gitarrenriffs, bewegten sich geschmeidig und ließen sich vom Rhythmus der Trumps und den wummerten Bässen einfach treiben. Den rohen Sound der 90er und damit die musikalische Reise in die Vergangenheit, eröffnete die Alice-in-Chains-Tribute-Band „Muddy Sewer”. Für ihren Frontmann und Sänger war es ein Heimspiel, denn Fabian Münch ist waschechter Gleiberger. Viel kennen ihn auch noch aus seiner früheren Band „Grown Wild”. Da saß er zu Beginn, locker auf seinem Hocker und die verspiegelte Sonnenbrille hatte durchaus ihre Berechtigung. Die Abendsonne entsandte noch ein paar Strahlen in den Burghof und im Großen und Ganzen zeigte sich über das insgesamt fünfstündige Konzertereignis, dass Petrus durchaus Rockfan zu sein schien. Das Herz des Gleibergers schlägt für die Musik und das war in jedem Titel spürbar. Ob mit „Nutshell”, „Got me wrong”, oder „Down in a hole”, oder bei „Heaven beside you”, „Rooster” und „Man in the Box” – Fabian Münch und seine Musikerbegleitung überzeugten in allen Belangen. Die Ansprüche für das Rockfestival waren bereits im Vorfeld mit „Laut, dreckig und echt” angekündigt worden. Die nächste Band, die die Bühne betrat, sollte diese Attribute mit jeder Silbe, mit jedem Saitenanschlag an E-, und Bassgitarre und jedem Schrei in die Mikros und jeder Zelle ihres Körpers leben. Mit „Love Buzz” gab es richtig was auf die Ohren und die Bandmitglieder straften vor allem die den Norddeutschen gerne angedichtete kühle Reserviertheit Lüge.

Brachial und leidenschaftlich – „Love Buzz” aus Bremerhaven

(Foto: Volker Mattern)

Dem brachialen und von purer Leidenschaft gekennzeichnete Act der Nirvana-Tribute-Band aus Bremerhaven konnte niemand entkommen. Sie heizten ein und vor allem auch Kevin an den Drums hatte mit seiner schwarzen Mähne, dem Bart und nackten Oberkörper so etwas von Dschingis Khan. Seine Schlagzeugpart mit vielen einleitenden Solis ließ an eine unter Volldampf stehende Lok der Baureihe 45 erinnern, die quer durch die Bühne zu rauschen schien. Ihre Waggons waren beladen mit Titeln wie „Dive”, „School”, „Rape Me”, Scentless Apprentice” und „You know you’r e Right”, um nur einige aus ihrem zweistündigen schweißtreibenden Powerplay zu benennen. Die Jungs aus Bremerhaven räumten die Bühne um der letzten Band des Abends Platz zu machen. Die Pearl-Jam-Trtibute-Band „Given2Fly” hielt Anschluss an dem Festivalmotto und seinem damit verbundenen Alleinstellungsmerkmal. Es wurde nicht langweilig, nicht eintönig. Im Gegenteil: Mit ihrem authentischen PJ-Sound und der wandelbaren Stimme des Sängers sprang der Funke zum Publikum sofort über. Die drei Jahrzehnte andauernde Bandgeschichte von Pearl Jam wurde greif- und nahbar und egal ob Klassiker und eher unbekannte Schätzchen – der riesige Fundus an Titel mit hartem Rock, erhabenen Hymnen oder aggressiven Punk und eingängigen Balladen kam aus den Herzen der Musiker und erreichte die Herzen der Besucher. „Soll „Gleiberg Rocks” im kommenden Jahr fortgesetzt werden?”. Die Frage von Sabine Glinke wurde mit einem unüberhörbaren „Ja” und tosendem Applaus beantwortet. Die Veranstalterin dankte auch dem Gleiberg-Verein als Burgeigentümer und Schirmherr der Veranstaltung sowie Gastronom, Axel Horn für die Unterstützung.

So Recht nach dem Geschmack der Rockfans

(Foto: Volker Mattern)

90 Jahre alt und seit 75 Jahre TSV-Mitglied – Linda Vinson (vorne mitte) mit den weiteren Jubilaren

(Foto: Volker Mattern)

(vm).In einem Sportverein mit der Größenordnung des TSV Krofdorf-Gleiberg, mit seinen 2.333 Mitglieder, ist immer Bewegung, sowohl im tatsächlichen wie auch im sprichwörtlichen Sinne. Manchmal stockt sportliche Bewegung, wie im Fall der unendlich zu scheinenden Geschichte der Basketballkörbe, die aber ein Ende gefunden hat. Seit rund zweieinhalb Jahren fehlten selbige in Willy-Brandt-Halle in Gießen, was den Trainingsbetrieb der Basketballspieler des TSV erheblich einschränkte. Nach 13 Monaten, so durfte TSV-Vorsitzender, Kay Drescher, in seinem Bericht zur Jahreshauptversammlung vermelden, hängen sie wieder. Das gelte auch für die Körbe in der Grundschule Krofdorf-Gleiberg. Dafür wurden sie ohne Ankündigung in der Sporthalle der GGL (Gesamtschule Gleiberger Land) demontiert, kritisierte der Vorsitzende den Landkreis Gießen, mit dem offenbar der Kampf gegen Windmühlen seine Fortsetzung fände. Bleibt man bei besagter Sporthalle deutet sich auch hier ein weiterer Schildbürgerstreich ab. Das Dach seit Jahren marode soll aber hinter der geplanten Komplettsanierung des Bodens , der den Spielbelastungen mit Harz nicht mehr standhält, zurückstehen. Bissige Bemerkung Kay Dreschers mit Hinweis auf das Dach: „Der Boden ist ja nach seiner Sanierung dann wasserfest”. Thema „Sportplatz Seeküppel”. Hier läuft der Pachtvertrag mit der Gemeinde Wettenberg zum Ende 2030 ab. Der TSV habe sich stets für den Erhalt des Sportplatzes und damit der innerörtlichen Strukturen eingesetzt und dies auch in die politischen Gremien transportiert, so der Vorsitzende. Wie es weitergehen wird, hängt wohl auch mit dem aktuellen Gedankenspiel eines zentralen Sportzentrums in Wißmar zusammen. Damit zusammenhängende auch die Situation der anderen Sportvereine Wettenbergs, die der Vorsitzende ansprach. Die Situation in den Vorständen gestalte sich zunehmend schwierig. Mögliche Fusionen schienen unabwendbar, wobei dies einem Trend in Hessen folge, wonach kleinere Vereinen verschwinden würden, trotzt steigender Mitgliederzahlen. Es gab aber auch Positives im Jahresrückblick zu berichten. Die letztjährige Beitragserhöhung des TSV Krofdorf-Gleiberg hat nicht zur befürchteten Massenflucht der Mitglieder geführt. Mit Pilates und Sportwandern konnte das Sportangebot erweitert werden. Zum Schluss seines Berichtes informierte der Vorsitzende noch kurz über das neue Gremium im Sportkreis Gießen, den Sportbeirat. Diese Plattform sei sinnvoll und konstruktiv und biete allen Akteuren in den Vereinen die Möglichkeit des Austausches und dies bei stets aktuellen Informationen durch den Sportkreis aus erster Hand. Der Geschäftsbericht wurde komplettiert durch den Bericht des Kassierers, Tobias Duchardt. Im Rahmen der Vorstandswahlen wurde er in seinem Amt bestätigt. Wiederwahl gieß es auch für den 2. Schriftführer, Norbert Kneissl sowie die Beisitzer, Kai Mandler, Bastian Panz, Ute Horstmann und Marc Dellner. Bei der Jubilarehrung für langjährige Mitgliedschaft durch den Vorsitzenden stand Linda Vinson ganz vorne. Sie hatte es sich nicht nehmen lassen, trotzt ihres 90. Geburtstages an der Jahreshauptversammlung teilzunehmen. Sie wurde für 75jährige Mitgliedschaft geehrt. Seit einem halben Jahrhundert halten Rainer Fritsch, Stefan Mandler und Oliver Reeh dem TSV die Treue. Von den 34 Jubilaren, die vor 25 Jahren dem Verein beitraten, waren Sabine Borggrebe, Werner Fleck, Jens Möbus, Tanit Peppler und Christine Rinn zur Ehrung erschienen. Die Jahreshauptversammlung bietet auch stets den Rahmen für die Auszeichnung Würdigung besonderer sportlicher Leistungen. In der Basketballabteilung wurde die weibliche U18 Mannschaft Meister der Bezirksliga. Die männliche C-Jugend der FSG Wettenberg schaffte den Meistertitel der Kreisliga. Die weibliche B-Jugend der HSG Wettenberg wurde Meister in der Bezirksliga und in der Leichtathletik gehörten Verena Goldfuß (Gesamtsieger Marathon), Christina Hergarten (AK 60, Hoch- und Weitsprung), Florian Lecht (AK 35, Marathon, Claudia Pyrlik (AK 50, 3.000 m Hallen-Masters), Simone Pyrlik (AK 50, 10.000 m Crosslauf, 3.000 m Hallen-Masters) und Niklas Raffin (Halbmarathon) zu den Titelträgern. In der Turnabteilung wurde Katja Leib (W50) Hessenmeisterin 2026 im Geräteturnen, Kür-4-Kampf. Die Mannschaft mit Paul Linke, Elias Marek, Eliah Opper, Arian Shahim und Mattis Marbach wurde Gaumeister 2025 im Wettkampf 11 Jahre und jünger. Gaumeister 2025 im Wettkampf Jahrgangsoffen wurde Ingo Drescher, Bela Lenz, Daniel Ramos, Ole Grahl und Benjamin Heidari und im Wettkampf 7 Jahre und jünger siegte Emil Mücke, Wilm Grahl, Michael Heidari und Aaron Dotzauer. Sach- und Geldgaben waren die Anerkennung des TSV für seine erfolgreichen Einzelsportler und Mannschaften. Die Ehrungen nahm der 2. Vorsitzende, Dr. Jürgen Leib vor.

Ehrung der erfolgreichsten Mannschaften und Einzelsportler des TSV Krofdorf-Gleiberg

(Foto: Volker Mattern)

Das Holz- und Technikmuseum (HTM) war auch in diesem Jahr mit einem Pavillon bei der „Straße der Experimente” in Gießen vor dem Hauptgebäude der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) vertreten. Trotz anfänglichen Starkregens zog die Experimentiermeile am 31. Mai zahlreiche Besucher an. Kaum ließ der Niederschlag nach, strömten Familien auf die Wiesenstraße – zeitweise bildete sich eine Schlange vor dem HTM‑Pavillon, die quer über die Straße reichte.

Im Fokus des Holzerlebnishauses stand in diesem Jahr der „Zauberpropeller”: Kinder konnten unter Anleitung ihren eigenen Propeller bauen. Rita Kotschenreuther erklärt: „Durch die Reibung eines Kanthölzchens an einem Stab setzt sich der oben montierte Propeller allein durch Schwingungen in Drehung.” Das Experiment weckte wiederholt Staunen bei Jung und Alt. Besonders erfreulich war das große Interesse an handwerklichen Aktivitäten; trotz umfangreicher Materialvorräte waren die Bausätze bereits zwei Stunden vor Veranstaltungsende aufgebraucht.

Die verbleibende Zeit nutzte das Team – zu dem Judith Beck (FÖJ) und Mirko Döring gehören – dazu, über die Angebote des Holzerlebnishauses in Wißmar zu informieren.

Wettenberger Senioren unterwegs im Dreiländer-Eck

(Foto: Privat)

(vm).Das Dreiländereck Deutschland/Österreich/Schweiz war das Reiseziel der diesjährigen Seniorenfahrt der Gemeinde Wettenberg. 46 junggebliebene und am Reisen interessierte Senioren traten unter der Leitung und in Begleitung von Rita Langhammer die gemeinsame Fahrt an. Das zu einer festen und beliebten Einrichtung gewordene Angebot für Wettenberger Senioren fand wieder eine überaus positive Resonanz. Ausgangspunkt für die fünftägige Reise war Mellau in Vorarlberg. Am ersten Ausflugstag führte die Fahrt über Schwarzenberg in Richtung Bodensee nach Bregenz. Bei einem Spaziergang in der Festspielstadt entlang der Seepromenade konnte der imposante Aufbau der Seebühne besichtigt werden. Die Fahrt wurde danach nach Lindau, einer Kleinstadt mit einer farbenprächtigen historische Altstadt und Hafenanlage, fortgesetzt. Anderentags stand St. Gallen in der Schweiz – die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons – mit einem Besuch im historischen Stiftsbezirk, einem UNESCO-Weltkulturerbe, auf dem Programm. Der Stiftsbezirk sowie die kunstvoll verzierten Erker an den Gebäuden in der Altstadt beeindruckten alle. Nachmittags dann das malerische Dorf Appenzell mit traditionellen Handwerksbetrieben und regionalen Spezialitäten. Dabei durfte eine Käsereibesichtigung mit Verkostung nicht fehlen. Die Rückfahrt führte über den landschaftlich reizvollen Stoßpass mit herrlichem Blick ins Rheintal. Ein weiterer Höhepunkt der Seniorenreise war der Besuch auf der Insel Mainau mit einer farbenfrohen Blütenpracht, dem barocken Schloss und dem Schmetterlingshaus. Mit der Fähre erreichte man am Nachmittag Meersburg und trat von dort die Rückfahrt ins Hotel an. Der Tagesausflug am letzten Aufenthaltstag führte über die Grenze ins malerische Allgäu. Über Oberstaufen, der alten Salzstrasse und Queralpenstraße ging es nach Lindenberg, zu einem Besuch mit einer Führung im Hutmuseum. Auf der Rückfahrt zum Hotel am Nachmittag wurde die Feinbrennerei Prinz mit einer Verkostung der Spezialitäten besichtigt. Beeindruckt von den vielen schönen Erlebnissen und Besichtigungen ging die 36. Seniorenreise zu Ende. Das Reiseziel der Seniorenreise in 2027 ist Malcesine am Gardasee.

Karlfried Philipp, Jürgen Zeller, Ilse Bergner und Gerhard Schmidt (v.l.) bei der Spendenübergabe

(Foto: Volker Mattern)

(vm).Das Kultur die Kultur unterstützt ist nicht selbstverständlich aber in Wettenberg eine Gepflogenheit mit Tradition. Der Arbeitskreis Wettenberger Winterkonzert spendet seit vielen Jahren den Erlös aus dem Neujahrskonzert dieser Konzertreihe an den Gleiberg-Verein, der als Eigentümer des historischen Baudenkmals dessen Erhalt als seine vornehmste Aufgabe zu verantworten hat. Dort selbst auf der Burg trafen sich die Sprecherin des Arbeitskreises, Ilse Bergner und mit Jürgen Zeller, ein seit gut zwei Jahren mitwirkender, wertvoller und sachkundiger Mitstreiter im Gremium, mit dem 2. Vorsitzenden des Gleiberg-Verein, Gerhard Schmidt und Schatzmeister, Karlfried Philipp. 2.480 € ergab der sich aus Spenden zusammensetzende Betrag des Neujahrskonzertes am 4. Januar, der nun symbolisch mit einem Scheck überreicht wurde. Wir sind froh und dankbar, für diese verlässliche Unterstützung und die Zusage, weiterhin daran festzuhalten, so Gerhard Schmidt. Er wies darauf hin, dass die Summe fast bis auf den Euro genau zu dem Voranschlag des Handwerkers passe, der in Kürze mit einem speziellen Verfahren, als Maßnahme zum langfristigen Erhalt, die 45 Fenster des Nassauer Baues behandeln wird. Beim Neujahreskonzert musizierte, gemeinsam mit dem heimischen Orgelvirtuosen, Jens Amend, ein Ensemble des Jungen Sinfonieorchesters Wetzlar. Neben Musik von J. S. Bach und G. F. Händel erklang in der Evangelischen Kirche in Wißmar ein Flötenkonzert des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach. Solistin war Polina Blüthgen. Ilse Bergner und Jürgen Zeller unterstrichen , wie bedeutsam die Wettenberger Winterkonzerte, mit teils hochkarätiger Besetzung seien und viele Menschen auch außerhalb von Wettenberg ansprächen. Die Gemeinde als Veranstalter und finanzieller Träger und die Nutzung der Wißmarer Kirche als Austragungsort stellten die wichtigsten Säulen der Konzertreihe dar und sicherten in dieser Konstellation auch den Fortbestand, so die Vertreter des Arbeitskreises. Für die Zuhörer ist der Eintritt, nicht nur beim Neujahrskonzert, frei. Die Begeisterung der Gäste findet ihren Ausdruck auch in der Folgeleistung zu den Spendenaufrufe, zugunsten kultureller und auch sozialer Zwecke. Rückblickend auf die vergangenen vier Neujahrskonzerte, kamen so alleine hierbei rund 10.000 Euro zusammen, die dem Gleiberg-Verein eine wichtige Unterstützung bei der Finanzierung seiner, teils sehr kostenintensiven Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten, sind. Das nächste Neujahrskonzert ist für den 3. Januar 2027 geplant.

Agnes „Agi” Mülich ist „Hanjerin” 2026

(Foto: Volker Mattern)

(vm).Die schöne und lieb gewonnen Tradition der Verleihung des Titels „Wissemer Hanjer” sollte unbedingt beibehalten werden, war der allgemeine Wunsch und da es die Heimat- und Brauchtumsabend im Rahmen der Partnerschaftstreffen am Himmelfahrtswochenende nicht mehr gibt, wird dieser Titel im Rahmen der Eröffnung des Krämermarktes vergeben. Es war auch diesmal die ehrenvolle Aufgabe für den Marktmeister, Thomas Hochstein, die Laudatio für die Person zu halten. Der „Hanjer”-Titel wird Personen zugesprochen, die nicht in Wißmar gebürtig sind, aber sich dort über viele Jahre im öffentlichen Leben verdient gemacht haben. Längst überfällig also, dass diesmal Agnes „Agi” Mülich zu Ehren kam. Seit einem viertel Jahrhundert ist die am 3. August 1976 im ungarischen Szeged geborene Mutter von Drillingen, die 2011 das Licht der Welt erblickten, in Wißmar zuhause. Stets freundlich, oft mit einem verschmitzten Lächeln, kennt man die charmante junge Frau in erster Linie in ihrer Funktion als Dolmetscherin, die stets gerne bei öffentlichen und inoffiziellen Anlässen für Verständigung zwischen den Menschen aus Wettenberg – vornehmlich Wißmar – und den ungarischen Partnerkommunen, Zsámbék und Tök , sorgte. Schon sehr früh in ihrer ersten Zeit in Wißmar stand sie so ehrenamtlich in kommunalen Diensten, besprach auch den Audioguide im HTM (Holz- und Technikmuseum. In ihrer Heimatstadt, mit 160.000 Einwohner, ging sie zur Schule trieb gerne Sport und dabei war das Kegeln der Favorit, mit Leistungen, mit denen sie bis in die nationale Spitze in Ungarn vorstieß. In der Kneipe ihrer Tante in Gießen, der Gaststätte „Destille”, lernte sie ihren Partner kennen – 2001 die Hochzeit in Ungarn. Nach erfolgreichen Abitur und einer Ausbildung zur Erzieherin, wurden die deutschen Sprachkenntnisse ausgebaut. Einem neuem Berufsbild in Deutschland folgend, wechselte Agi Mülich ins Bürowesen, später die Weiterbildung als Betriebswirtin Controlling. Nach den Erziehungszeiten folgten verschiedene Tätigkeiten, bei Rolladen-Rinn in Heuchelheim und beim Landkreis Gießen, jeweils im Büro. Die Partnerschaftsbegegnungen nehmen die neue „Hanjerin” immer noch in Beschlag, aber sie macht es gerne. Neben der Familie und dem Hund zählen Lesen, Reisen und Spaziergänge zu ihren Hobbys. „Als langjährige sprachgewandte Dolmetscherin sei sie aus der Dorf- und Vereinsgemeischaft nicht mehr wegzudenken”, so Thomas Hochstein bei der Verleihung der Urkunde nach seiner Laudatio. Mit dem obligatorischen Hanjer-Schnaps, im Beisein des Vorsitzenden des Heimatvereins Zsámbék, Thilo Hain, Bürgermeister Marc Nees, Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt und den Offiziellen der Partnerschaftsdelegation, wurde der Akt noch besiegelt.

Das Blasorchester des Volksmusikvereins Wettenberg sorgte für Stimmung

(Foto: Volker Mattern)

(vm).Wo sanftes Blätterrauschen sich mit Volksgemurmel und blasmusikalischen Klängen vermischt, wo der Duft vom leckerem Gegrilltem und frischen Waffeln in die Nase steigt – da ist man an Fronleichnam richtig – im Launsbacher Wald hinter der Großsporthalle an der Gesamtschule Gleiberger Land. Dorthin zog es wieder viele Wanderer, Radfahrer und auch motorisierte Gäste, zum traditionellen Wäldchesdoag. Den gibt es schon lange, doch erst zum fünften Mal lag er in der Organisationen und Durchführung beim Vereins zur Förderung des Handballsports Wettenberg und wie schon beim ersten Mal, hatten die Mannschaft um Vorsitzenden, Birger Schnepp, wieder alles in Griff. Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen, Hans-Georg Gerlach hieß er die Gäste willkommen und auch Bürgermeister, Marc Nees lobte den Förderverein und verwies auf die lange Tradition des Festes, als eines der Ersten, die auch nach Gründung der Großgemeinde die Menschen aller drei Ortsteile, Wißmar, Launsbach und Krofdorf-Gleiberg zusammenführte. Aktuell war es auch der würdige Rahmen für die Ehrungen von Armin Krönlein durch Hans-Georg Gerlach. Jahrzehnte Mitglied im Förderverein und seit 27 Jahren dessen Kassenwart. Kürzlich durfte er seinen 70. Geburtstag feiern und da war die Ehrung nochmal ein schönes Geschenk seiner Vereinskollegen.

Armin Krönlein (rechs) wird von Hans-Georg Gerlach für über 25jährige Vorstandstätigkeit als Kassierer geehrt

(Foto: Volker Mattern)

Lang ists her, als der Wäldchesdoag unter der Regie des Obst- und Gartenbauvereins Launsbach stand, in den Schanzen stattfand und seinerzeit noch den Namen „Waldkonzert” führte. Der Volksmusikverein Wettenberg übernahm die Regie 1976 und seit 2019 von ihm die Handballer. Der Förderverein blickt übrigens in diesem Jahr auf sein 40jähriges Bestehen. Gemütlich beisammen sitzen, miteinander ins Gespräch kommen, bei kühlen Getränken und leckeren Gaumenfreuden, dazu volkstümlich Klänge mit dem Blasorchester des Volksmusikverein Wettenberg, unter Leitung von Manfred Grygar und mit dem Gesangsduo Gundi Grygar und Michael Stroh – so entstand tolle Stimmung am gestrigen Feiertag, auch wenn manchmal sorgenvolle Blicke zum Himmel gerichtet wurden, der seine Schleusen aber weitgehends geschlossen hielt.

Viele Gäste fanden den Weg in den Launsbacher Wald und fühlten sich dort wohl beim Wäldchesdoag

(Foto: Volker Mattern)

Die Stadtwerke Gießen und Gemeinde Wettenberg führen ihre erfolgreiche Kooperation in Sachen „Golden Oldies” fort.

Akribisch restaurierte Oldtimer, Musik und Mode aus vergangenen Jahrzehnten – unter dem Namen „Golden Oldies” lockt diese Mischung seit vielen Jahren tausende Besucherinnen und Besucher nach Krofdorf-Gleiberg. In diesem Sommer steigt das traditionelle Festival vom 24. bis zum 26. Juli. Und auch diesmal helfen die Stadtwerke Gießen (SWG) wieder aktiv mit – als Gold-Partner und als Bühnen-Sponsor. „Wir kennen die SWG als zuverlässigen Partner und freuen uns, dass wir auch 2026 auf sie zählen können”, erklärt Wettenbergs Bürgermeister Marc Nees. Tatsächlich engagieren sich die SWG schon seit 2003 für die weit über die Region hinaus bekannte Veranstaltung.

Reichhaltiges Programm
Hinter den Golden Oldies steht ein dreiköpfiges Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Wettenberg: Nicole König, Alexander Bath und Christoph Ludwig haben für diese 35. Auflage des Straßenfestivals einmal mehr ein attraktives Programm zusammengestellt. Denn neben den über 1.000 Oldtimern treten wieder zahlreiche Künstlerinnen und Künstler auf und sorgen für beste Stimmung – mit Musik von Rock ‘n’ Roll über Beat, Schlager und Disco bis Neue Deutsche Welle. Dazu kommen der Nostalgiemarkt mit Raritäten aus den 50er-, 60er-, 70er- und 80er-Jahren, die Rollschuhdisco, eine Foto-Mitmachaktion, ein Kostüm-Wettbewerb, der Vintage-Styling-Stand, Tanzvorführungen und vieles mehr. Und das abwechslungsreiche kulinarische Angebot sowie das Kinderparadies mit jeder Menge altersgerechter Unterhaltung machen die Golden Oldies zum idealen Ausflugsziel für die ganze Familie. „Es ist immer wieder erstaunlich, was das Organisationsteam auf die Beine stellt. Ein solch einzigartiges Kulturevent unterstützen wir gerne”, begründet SWG-Unternehmenssprecher Ulli Boos das Engagement.

Bild Aktuelles aus Wettenberg SWG unterstützen die Golden Oldies

Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Wettenberg sowie der SWG besiegelten die Kooperation in Sachen Golden Oldies (von links): Stephanie Orlik aus dem SWG-Marketing, SWG-Unternehmenssprecher Ulli Boos, Bürgermeister Marc Nees, sowie das Organisationsteam bestehend aus Christoph Ludwig, Nicole König und Alexander Bath.

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