
In Oberhessischer Tracht dem Volk aufs Maul geschaut
(Foto: Volker Mattern)
(vm).Da übertrug sich sehr schnell Singfreude und Spiellust auf ein Publikum, dessen Geschmack die Gruppe „Heinrich” voll getroffen hatte. Beschwingte Rythmen, mit Herzblut, Witz und Klasse vorgetragen, von einem Dutzend Akteuren, von denen die meisten schon seit zwei Jahrzehnten gemeinsame Sachen machen. Es war aber der erste Auftritt der „Heinrichs”auf Burg Gleiberg. Ins Leben gerufen 1981 von Willi Rüspeler, alias „Heinrich von Kabborn”. Locker in den Hüften, beweglich in den Knien und im ersten Teil ihres geschmeidigen Auftritts in oberhessischer Tracht agierend unterstrich die Formation schwungvoll, mit Charme und Witz, die besondere Atmosphäre eines sorglosen Sonntagnachmittag, bei Sonnenschein und lauschigen Temperaturen auf dem Burghof. Gut 250 Gäste konnte vor Beginn des wunderbaren Konzertes der 2. Vorsitzende des Gleiberg-Verein, Gerhard Schmidt, begrüßen. „Jetzt gitts lus” und schon sammelte der Frontmann mit dieser Ankündigung „Off Platt” die ersten Schmunzler. Vom „Essen und Trinken” handelte das erste Stück, womit „auf den Sex des Alters” angespielt wurde. Das Eis war sofort gebrochen und die bekannte Hausmannskost „Bellschou” und die „goschdich Fraa” waren die thematische Schwergewichte im folgenden Stück. Was prima ankam und sofort zum mit klatschen, wippen und Fingerschnippen einlud, waren die in bekannte Melodien verpackten rustikalen Texte, wie beispielsweise der von einer „Pizza”, die dann mit einem Spider Murphy Gang-Song belegt war. Auch das Lied vom „Off die Kirmes gieh” wurde klangvoll präsentiert mit der Melodie von „Sex Bomb”. Es folgte die Beschreibung des samstägliche Einkaufs im Netto und was hätte da besser gepasst als die weltberühmte Melodie von Elvis Presleys „In the Getto”.

Im Gala-Outfit, aber dennoch derb-rustikal und manchmal ein bischen mit Tiefgang
(Foto: Volker Mattern)
So verging die Zeit wie im Fluge und nach der verdienten Pause der Akteure hatten die ihre schmuckvollen Trachten gegen ein mehr klassisches Gala-Outfit getauscht. Es dominierten die Farben schwarz und rot auf der Bühne. Ihrer Linie blieb die Gruppe weiter treu. Die Sängerinnen und Sänger, unter Leitung von Christian Kraus, spannten den Bogen von bekannten Melodien und Oldies, über Schlager und Musical bis hin zu brandneuen Songs mit neuen Texten und durchaus auch mal in hochdeutsch. Die Oberhessische Nationalhymne durfte auf keinen Fall fehlen und die geht eben nur „uff Platt”, „Siehste net die Säu iem Goadde, siehste wej se wäule”. Als Hommage an den Gastgeber des Konzertes, den Gleiberg-Verein und vielmehr die alt-ehrwürdige Burg, hatten die Heinrichs auch hier ihren hohen musikalischen Anspruch mit bodenständiger Gemütlichkeit und Blick auf das Besondere, bei dem es lohnt, in Lieder zu verpacken, ihr ganzes Können gezeigt. Ein Kulturevent der besonderen Art mit viel wahrnehmbaren Kommentaren, „Das sollte man wiederholen”. Es war ein Sonntagnachmittag, mal ohne Kuchen, aber mit einem ganz besonderen Sahnehäubchen. Die von den Gästen erbetene Spende kommt dem Gleiberg-Verein respektive der Unterhaltung der Burg Gleiberg zugute.


