
Anita Schneider und Marc Nees (3.v.l.) mit dem Vorstand des Gleiberg-Verein Karlfried Philipp, Uli Homberger, Andreas Kraft und Gerhard Schmidt (v.l.).
(Foto: Volker Mattern)
(vm).Auf Einladung des Gleiberg-Verein machten sich kürzlich Bürgermeister Marc Nees und Landrätin Anita Schneider ein Bild vom Stand der Arbeiten zur Sanierung der Nordmauer, aus der vor rund zwei Jahren ein großes Stück herausgebrochen war. Vor gut sechs Wochen begannen diese Arbeiten auf der Grundlage des Sanierungskonzeptes, die nach Kostenschätzung durch das Büro Gökalp270.000 € verschlingen werden. Eine Summe, die der Gleiberg-Verein nicht alleine stemmen kann und wie schon immer bei größeren Maßnahmen, funktioniert die Unterstützung durch andere Geldquellen. Das Landesamt für Denkmalpflege gibt 80.000 € und die Gemeinde Wettenberg hatte, noch während der Aufstellung des Haushaltes in fraktionsübergreifendem Einvernehmen, 90.000 € Zuschuss bewilligt. Auch seitens des Landkreises dürfte sicherlich noch eine Summe zu erwarten sein, machte die Landrätin Hoffnung. Das entscheidet sich aber erst nach der Sitzung des Denkmalbeirates im Laufe des 4. Quartals. Wir werden auf jeden Fall unsere Empfehlung zur Unterstützung der Maßnahme abgeben, versicherte Anita Schneider, die diesbezüglich den Kontakt mit Charlotte Bairstow von der Unteren Denkmalschutzbehörde aufgenommen hat. Respekvoll und anerkennend würdigte die Landrätin die Beteiligung der Kommune. Sowohl sie wie auch der Bürgermeister betonten die Bedeutung der Burg, nicht nur als heimischesWahrzeichen für Wettenberg, sondern weit über die Regiuon hinaus. Aber nicht nur dies sei Verpflichtung, sondern auch das Engagement des Gleiberg-Verein aller Ehren wert, jedmögliche Unterstützung zu gewähren. In drei Jahren blickt der Gleiberg-Verein, der als die älteste Bürgerinitiative Deutschlands gilt, auf seine 150jährige Geschichte als Eigentümer der Burg. Vorsitzender Andreas Kraft, der gemeinsam mit Ulrich Homberger als Fachleute die bautechnische Abläufe mit begleitet, informierte im Rahmen des Treffens über die bautechnischen Maßnahmen. Die Nordmauer der Burg habe vermutlich aus Veränderungen im Wassergehalt des Bodens hinter der Mauer unterschiedliche Belastungen bekommen durch Druck bei erhöhtem Wassergehalt sowie Setzungen bei Austrocknung. Dadurch habe sich ein Stück der Aussenschale der Mauer gelöst, weil das Gefüge der Steine verändert wurde. Risse deuteten auf weitere Verschiebungen der Mauer hin. Das Loch in der Schale ist inzwischen neu aufgemauert und verschlossen. Die obere Kante der Mauerwerksbrüstung wird neu aufgemauert und profiliert, so daß Regenwasser nun nach Norden abläuft, statt in der Mauer zu Frostschäden zu führen, so die Erxperten weiter. Die Fugen in der Nordschale würden neu verfugt, dahinterliegende Hohlräume mit Bindemittel ausgefüllt und verfestigt. Die Sicherung eines 15 m langen Teils der Mauer gegen weitere Verschiebungen erfolge durch zwei „Ankerlagen”. Hierbei handelet es sich um zwei übereinander liegende Reihen von Stahlankern, die hinter der Wand entweder in vorhanden, zu erbohrende historische Wände, einen vorhanden Felshorizont, oder eine neu zu errichtenden, unterirdischen Betonwand im Süden der Mauer befestigt werden, erläuterten sie weiter. Dadurch ergibt sich nach ihren Darstellungen ein für die Zukunft standsicheres Gesamtsystem der Mauern. Die Oberfläche des Burghofs in diesem Bereich besteht aus Basalt – Kopfsteinpflaster. Dieses wird aufgenommen und höhenmäßig neu reguliert, damit das Regenwasser in eine groß dimensionierte Rinne aufgenommen werden kann. Diese Rinne führt das Wasser durch zwei Mauern auf einen Hang außerhalb des Zwingers der Burg, wo es versickern kann. Arbeiten im Untergrund des Burghofes, die unterhalb der Pflasterebene in der Auffüllung stattfinden, werden aktuell von der Archäologie begleitet, damit im Falle erkennbarer historische Erkenntnisse, diese sofort dokumentiert und gesichert werden können. Diese Abstimmungen zwischen Denkmalbehörden und Archäologie veranlassten Anita Schneider auf die entsprechenden Neureglung im Hessischen Denkmalpflegegesetzt hinzuweisen, die eine schnellere Abstimmung zwischen allen beteiligten Stellen vorsieht.


