Älter werden in Wettenberg

Sprechzeiten

Für alle Belange der Wettenberger Bürger im Alter von 65+ hat der Mitarbeiter des Fachdienstes Senioren der Gemeinde Wettenberg, Andreas Läufer, immer ein offenes Ohr.

Die regelmäßigen Sprechzeiten finden wie folgt statt:

Krofdorf:1. Dienstag im Monat, jeweils 10.00 – 12.00 Uhr
Haus der Begegnung, Am Wingert 21
Launsbach:2. Dienstag im Monat, jeweils 10.00 – 12.00 Uhr
Verwaltungsstelle, Obergasse 6c
fällt im Oktober aus
Wißmar:3. Dienstag im Monat, jeweils 10.00 – 12.00 Uhr
Verwaltungsstelle, Schulstraße 17

Neben den regelmäßigen Sprechzeiten kann von 08.00 – 12.00 Uhr unter Telefonnummer 06406 906635 gerne auch ein individueller Termin vereinbart werden. Bei fehlender Mobilität kommt Herr Läufer auch zu Ihnen nach Hause.

Wer hott Engsd vier ´m Deggwurzmann?

Noch bis in die 70er Jahre war es bei uns Dorfkindern zur herbstlichen Erntezeit üblich, „Dickwurzmänner” zu schnitzen. Ein „Dickwurzmann” ist eine traditionelle „Laterne”, die aus einer Futterrübe (regional „Dickwurz” oder „Runkelrübe” genannt) geschnitzt wird.

Dieser Brauch, der besonders im hessischen Raum verbreitet war, wurde schon gelebt, als Halloween noch nicht bekannt und Kürbisse eine Seltenheit waren.

Wie schnitzt man so einen Dickwurzmann? Von der Futterrübe wird das obere Viertel abgeschnitten und der untere Teil wird mit Hilfe eines Löffels oder Messers ausgehöhlt. Anschließend wird die Rübe mit einem eingeschnitzten Gesicht (Augen, Nase, Mund) versehen, von innen mit einer Kerze beleuchtet und der „Deckel” wieder draufgesetzt.

Im Herbst zogen Kinder mit diesen Rübenlaternen durch die Straßen. Teilweise wurden sie auf Bohnenstangen gesteckt, um im Dunkeln den „Dickwurzmann” in die Fenster der Häuser schauen zu lassen.

Da Futterrüben heute kaum noch großflächig angebaut werden und Kürbisse wesentlich leichter zu schnitzen sowie größer sind, wurden die Dickwurzmänner im Laufe der Jahre fast vollständig von modernen Halloween-Kürbissen verdrängt.

Heute klingeln die Kinder zu Halloween in der Nachbarschaft und erbitten sich mit dem Spruch „Süßes oder Saures!” allerlei guten Dinge, die im mitgebrachten Beutel verschwinden. Zuhause wird dann die Ausbeute begutachtet und man kommt fast immer zum Ergebnis, dass der Süßigkeitsvorrat bis zum Weihnachtsfest – und manchmal auch weit darüber hinaus – mehr als gesichert ist.

Doch nochmal zurück zu „alten Zeiten”: Ein sehr lebendiger Teil der mittelhessischen Erzählungen die sich um den „Dickwurzmann” ranken, drehen sich um die Streiche der Dorfjugend. Während der Erntezeit im Oktober schnitzten die älteren Kinder heimlich besonders schaurige Fratzen. Die ausgehöhlte Rübe mit der brennenden Kerze wurde auf eine lange Bohnenstange gesteckt. Damit schlichen die Jugendlichen im Dunkeln durch die Gassen und hielten den Dickwurzmann direkt vor das Küchenfenster. In alten Dorfchroniken wird oft schmunzelnd berichtet, wie die ahnungslosen Bewohner erschraken, wenn im finsteren Herbst plötzlich ein „glühendes Teufelsgesicht” scheinbar freischwebend vor ihrem Fenster auftauchte. Hier wurde also nicht abgewartet, bis es Süßes gab, sondern das Saure wurde sofort großzügig „verteilt”, was aber nur funktionierte, wenn die Fensterläden, die man damals noch hatte, nicht verschlossen waren.

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