14 Nachwuchskicker erleben beim Wochenende des Amateurfußballs ein ganz besonderes Training – Hannes Wolf, Lars Stindl und Rudi Völler vor Ort

Frankfurt am Main. 14 Kinder der E3-Junioren der FSG Wettenberg hatten am Sonntag, 6. September 2026, ein besonderes Privileg: Im Rahmen des „Wochenendes des Amateurfußballs” durften sie auf dem Rasen des DFB-Campus in Frankfurt trainieren, der sonst den Auswahlmannschaften vorbehalten ist. Angeleitet wurden sie vom DFB-Mobil und dessen beiden Teamern Marcel Stanjek und Stefan Mandler. Im Mittelpunkt der Einheit stand die „Trainingsphilosophie Deutschland” von Hannes Wolf, Trainer der U20-Nationalmannschaft, der ebenso vor Ort war wie Lars Stindl als Mitglied seines Kompetenzteams.
Die Spielerinnen und Spieler im Mittelpunkt
Die „Trainingsphilosophie Deutschland” stellt die Spielerinnen und Spieler und die Entwicklung ihrer individuellen Qualität konsequent in den Fokus. Jede Minute einer Trainingseinheit soll ihnen gehören, die Basics werden immer und immer wieder geübt.
Für die Gestaltung des Trainings gibt die Philosophie drei verbindliche Qualitätsmerkmale vor, an denen Kinder- und Jugendtrainer ihre Einheiten überprüfen können:
• Freude: Alle Kinder sollen mit Begeisterung dabei sein und durch viele Ballkontakte in jeder Spiel- und Trainingsform Spaß haben – denn wer Spaß hat, lernt besser.
• Intensität: Eine konstant hohe Nettospielzeit, die Schritt für Schritt gesteigert wird. Standzeiten gilt es grundsätzlich zu vermeiden.
• Wiederholung: Nur durch viele Aktionen verbessern sich Kinder. Sie werden in dem besser, was sie regelmäßig tun – deshalb steht das wiederholende Training in kleinen Spielformen im Zentrum.
Kleine Spielformen, große Wirkung
Nach der „Trainingsphilosophie Deutschland” gibt es kein besseres Training, als in kleinen Spielformen auf Tore zu spielen. Diese Formen decken die Basics des Fußballs ab und lassen gleichzeitig Raum für Kreativität. Die Leitsätze „Mehr Aktionen führen zu mehr Qualität” und „Der Ball muss ins Netz” gelten dabei unabhängig von Alter und Leistungsklasse. Wie groß der Unterschied ist, zeigt ein Vergleich: Im 7 gegen 7 hat ein Kind etwa 50 Ballaktionen, im 3 gegen 3 sind es im gleichen Zeitraum rund 200 pro Spielerin oder Spieler. Als Richtwert nennt die Philosophie eine Nettotrainingszeit von mindestens 48 Minuten pro Woche und Kind von der U8 bis zur U16, ab der U17 mindestens 32 Minuten.
Gerade an der Basis sind solche Spielformen organisatorisch eine Herausforderung – für die Entwicklung der Kinder aber unverzichtbar. Mit der richtigen Auswahl der Trainingsformen lässt sich die Spielzeit pro Kind bei zwei Einheiten pro Woche verdoppeln oder sogar verdreifachen.
Ein Tag, der in Erinnerung bleibt
Nach der Trainingseinheit ging es für die Kinder und ihre Eltern hinter die Kulissen: Bei einer Führung durch den DFB-Campus erhielten sie spannende Einblicke in die Heimat des deutschen Fußballs. Zu guter Letzt durften die jungen Kicker dann selbst wie die Trainer der Nationalmannschaften auf dem Podium des Pressezentrums Platz nehmen – ein Moment, der für strahlende Gesichter sorgte.
Für die jungen Wettenberger war der Sonntag in Frankfurt ein unvergessliches Erlebnis: Training auf dem Rasen der Nationalmannschaften, Profi-Teamer an der Seite und prominente Gesichter des deutschen Fußballs am Spielfeldrand – darunter auch Rudi Völler. Kinder und Eltern der FSG Wettenberg haben Inhalte und Sinn der „Trainingsphilosophie Deutschland” an diesem Tag aus erster Hand kennengelernt und nehmen zahlreiche Impulse für den künftigen Trainingsalltag des Teams mit.
Ausblick und Dank
Die Eindrücke aus Frankfurt bestärken den eingeschlagenen Weg in Wettenberg: Das Trainerteam der E3-Junioren setzt die Grundsätze der „Trainingsphilosophie Deutschland” -Freude, Intensität und Wiederholung – konsequent im Trainingsalltag um. Kleine Spielformen, viele Ballaktionen und möglichst wenig Standzeiten sorgen dafür, dass jedes Kind in jeder Einheit so oft wie möglich am Ball ist.
Wer Lust hat, selbst mitzukicken, ist bei der FSG Wettenberg herzlich willkommen. Auch Eltern und Fußballbegeisterte, die sich als Trainerin, Trainer oder Betreuer engagieren möchten, sind jederzeit gern gesehen. Ansprechpartner ist Jugendleiter Mahzuni Yagci.
Ein herzliches Dankeschön geht an den DFB für die Möglichkeit, diesen besonderen Tag auf dem DFB-Campus zu erleben, an das Team des DFB-Mobils für die abwechslungsreiche und mitreißende Trainingseinheit sowie an alle Eltern, die den Ausflug nach Frankfurt möglich gemacht und so tatkräftig unterstützt haben.
Stefan Mandler
Koordinator für Qualifizierung im Fußballkreis Gießen
Hessischer Fußball-Verband e. V.


