Ein Unglück kommt selten allein – Unwetterschäden auch auf Burg Gleiberg

Besonders ärgerlich sind die Schäden an der freigelegtenFachwerkwand

(Foto: Volker Mattern)

(vm).Das schwere Unwetter am Mittwochabend hat auch auf Burg Gleiberg seine Spuren hinterlassen. An mehreren Stellen der historischen Anlage sind Schäden entstanden, die der Gleiberg-Verein nun möglichst zeitnah beheben will. Durch starke Windböen wurde eine im Burghof aufgestellte Pagode aus ihrer Verankerung gelöst und gegen die Schieferfassade des Albertusbaus geschleudert. Dabei wurden mehrere Schieferplatten beschädigt, die nun ersetzt werden müssen. Rund 500 Kilo schwer sei diese Pagode, ohne die Gewichte, die ihre Standfestigkeit sichern sollten, so Burggastronom, Axel Horn, noch unter dem Eindruck der Ereignisse. Auch der Bauzaun an der derzeitigen Baustelle zur Sanierung des Ausbruchs an der Nordmauer wurden durch das Unwetter zerstört. Besonders ärgerlich sind die Schäden am Nassauer Bau. Dort wurde erst vor drei Jahren bei Sanierungsarbeiten überraschend ein außergewöhnlich gut erhaltenes, kunstvoll gestaltetes Fachwerk aus dem 17. Jahrhundert freigelegt. Teile der historischen Gefache bestehen noch aus bauzeitlichem Strohlehmverputz. Die großen Wassermengen des Unwetters haben Bereiche dieser historischen Wand ausgespült, so dass an vielen Gefachen Backsteine freigelegt sind und fast überalle Stroh des Lehmverputzes sichtbar ist. Mehrere Eimer des herausgefallenen Materials habe man von den Stufen des Nassauer Baues zusammengekehr, so Axel Horn weiter. Der Gleiberg-Verein will deshalb neben der Beseitigung der Schäden auch prüfen, wie das bewusst sichtbar belassene Fachwerk künftig besser vor Starkregen geschützt werden kann.

Die schwere, von einer Böe erfasste, Pagode, beschädigte die Schieferwand des Albertusbaus

(Foto: Volker Mattern)

„Zum Glück sprechen wir nicht von gravierenden Schäden an der Burg. Trotzdem zeigt eine solche Extremwetterlage, wie viel Arbeit notwendig ist, um eine über tausend Jahre alte Anlage zu erhalten”, erklärt der Vorsitzende des Gleiberg-Vereins,Andreas Kraft. „Was hinter dem Erhalt der Burg an ehrenamtlicher Arbeit, Zeit und finanziellen Mitteln steckt, ist für Besucher verständlicherweise nicht immer sichtbar”, ergänzte er. Ulrich Homberger, Vorstandsmitglied des Gleiberg-Vereins, der die baulichen Arbeiten an der Burg fachlich begleitet und ehrenamtlich unterstützt, nahm wie folgt Stellung: „Eine historische Anlage wie die Burg Gleiberg ist eine Daueraufgabe. Wenn eine Sanierungsmaßnahme abgeschlossen ist, steht im Grunde schon die nächste an. Zusätzliche und unvorhersehbare Schäden durch ein Unwetter machen diese Aufgabe natürlich nicht leichter. Wir wollen die betroffenen Stellen deshalb jetzt möglichst schnell angehen und zugleich dafür sorgen, dass insbesondere das historische Fachwerk künftig besser geschützt ist.”. Vor dem Hintergrund der Schäden, die das Unwetter vor allem in großen Teilen im Raum Wetzlar hinterlassen hat, nehmen sich Schäden auf Burg Gleiberg noch glimpflich aus. Jedoch vor dem Hintergrund der Kosten für die derzeit lauufenden Arbeiten an dem Ausbruch an der Nordmauer, schmerzen diese zusaätzlichen Belastung schon, so der Vorstand. Der bereits 1837 gegründete Gleiberg-Verein widmet sich seit Generationen dem Erhalt der Burg und ist seit 1879 Eigentümer. Mit der Übernahme war die Verpflichtung verbunden, die Burg für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten. Dieser Verantwortung kommt man mit großem ehrenamtlichem Engagement nach. Damit dies auch in Zukunft möglich bleibt, ist der Verein auf Unterstützung angewiesen. Mitglied im Gleiberg-Verein kann jeder bereits ab 15 Euro im Jahr werden. Auch Spenden kommen unmittelbar dem Erhalt der Burg zugute. „Die Burg Gleiberg ist ein Stück Heimat und Geschichte unserer gesamten Region. Wir wollen sie bewahren und gleichzeitig für die Menschen begeh- und erlebbar halten, so Andreas Kraft abschließend.

Backsteine, die unter dem Strohlehmverputz verbaut waren, wurden durch das weggeschwemmte Lehrmaterial freigelegt

(Foto: Volker Mattern)

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