“Eine herausfordernde Baustelle” – Maßnahme zur Sanierung des Ausbruchs an der Nordmauer von Burg Gleiberg stehen kurz vor ihrem Beginn

Zum Auftakttermin für die anstehenden Sanierungsarbeiten trafen sich Sleman Danho, Jürgen Leib, Yilmaz Gökalp, Andreas Kraft, Marco Rempe, Gerhard Schmidt, Uli Homberger und Karlfried Philipp (v.l.).

(Foto: Volker Mattern)

(vm).Von einer „besonderen Baustelle” spricht der Vorstand des Gleiberg-Vereins. Dieser Tage trafen sich Vorsitzender Andreas Kraft, 2. Vorsitzender Gerhard Schmidt, Schatzmeister Karlfried Philipp, Turmbaumeister Uli Homberger und Ehrenvorstand Dr. Jürgen Leib mit dem Geschäftsführer des Ingenieurbüros GOK, Yilmaz Gökalp und seinem Mitarbeiter Sleman Danho sowie dem Bauleiter der ausführenden Firma Denkmalplan, Marco Rempe, auf dem unteren Burghof. Es war der Auftakt für ein in der Tat kompliziertes Sanierungsobjekt. Bereits vor gut zwei Jahren brach aus der Nordmauer ein großes Mauerstück heraus. Damit begann ein Prozess vieler Gespräche und Abwägungen, wie der Ausbruch restauriert und damit die Stabilität und Sicherheit der vom Mauerfuß bis zur oberen Geländekante am unteren Burghof rund 7,0 Meter hohen Mauer wieder hergestellt werden kann. Das Ingenieurbüro Gökalp, dem das mittelalterliche Baudenkmal seit Jahren nicht unbekannt ist und das schon oft wichtige Baumaßnahmen begleitete und durchführte, wurde mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Das Untersuchungsergebnis stellt zunächst einen talseitigen Ausbruch im unteren Drittel der Mauer, im Bereich des ehemaligen Zugangs zum Burgkeller, fest. Zur Wiederherstellung der Standsicherheit sieht das Gutachten eine Rückverankerung der Stützmauer in den Felshorizont vor. Im Bereich des Zugangs zum Gewölbekeller muss die Stützmauer im Gewölbemauerwerk verankert werden. Weitere Maßnahmen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit sehen eine Überarbeitung der Verfugung vor, Gefügestörungen in der Maueransicht sollen überarbeitet werden. Im Bereich der Ausbruchstelle soll das Mauerwerk gesichert und neu hergestellt werden. Hierbei kommen, gemäß dem Gutachten, Mauerwerksnadeln zur statischen Verstärkung zum Einsatz. Da die Ursache für den Schaden auf eindringende Feuchtigkeit zurückgeführt wird, wo Niederschlagswasser aufgrund der Gefällesituation am unteren Burghof hinter der Nordmauer versickert, sind weitere Maßnahmen erforderlich, um das Oberflächenwasser durch Verlegung von Leitungen und Bodenabläufen abzuführen. Das Sanierungskonzept wurde maßgeblich vom 1. Vorsitzenden, Andreas Kraft begleitet. Unterstützung hatte er durch die Baufachleute im Vorstand, Uli Homberger, Kai Mandler und Helge Hessler. Andreas Kraft führte zudem auch die Gespräche mit der Unteren und Oberen Denkmalbehörde. Die Kostenschätzung für die Instandsetzung der Nordmauer, im Bereich des ehemaligen Zugangs zur Unterburg, beläuft sich auf rund 280.000 €. Gerhard Schmidt, der bislang die Gespräche zur Finanzierung im Vorfeld führte, sagte, dass geplant sei, noch vor den Sommerferien mit Vertretern der Denkmalbehörden, dem Land und dem Landkreis Gießen und der Gemeinde Wettenberg in einem Vororttermin die weiteren Planungsphasen abzustimmen, um auch informativ alle Beteiligte auf den aktuellen Stand zu bringen.

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