Schutz vor Ausbreitung der Geflügelpest nach Ausbruch in Hungen
Stallpflicht und weitere Regelungen treten in Kraft
Zum Schutz vor einer Ausbreitung der Geflügelpest hat das Veterinäramt des Landkreises Gießen bestimmte Auflagen für Vogelhaltungen in Teilen des Landkreises Gießen erlassen. Dies regelt eine Allgemeinverfügung, die am Mittwoch, 21. Januar, in Kraft tritt.
Anlass ist der Ausbruch der Tierseuche in einem Geflügelbetrieb in Hungen-Utphe. Das Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) bestätigte am Montag, 20. Januar, den Nachweis des hochansteckenden Erregers H5 N1. Das Veterinäramt hat nun zwei Zonen zum Schutz vor einer Ausbreitung eingerichtet. Alle Vogelhaltungen in diesen Zonen müssen bestimmte Auflagen einhalten.
Eine sogenannte Schutzzone umfasst ein Gebiet mit drei Kilometern Radius um den Ausbruchsort. Eine sogenannte Überwachungszone erstreckt sich noch weiter: Sie betrifft alle Vogelhaltungen innerhalb von zehn Kilometern rund um den Ausbruchsort. In diese Überwachungszone fallen Teile der Städte Hungen, Laubach, Lich und Pohlheim. Ebenso liegen Teile des benachbarten Wetteraukreises darin. Der Wetteraukreis erlässt aus diesem Grund ebenfalls eine Allgemeinverfügung.
Innerhalb dieser Zonen gilt die Pflicht zur Aufstallung. Das heißt: Vögel müssen dauerhaft in geschlossenen Ställen oder unter einer Abdeckung bleiben, die Einträge und ein Eindringen von Wildvögeln von oben und der Seite verhindert. Verantwortliche von Haltungen haben dem Veterinäramt umgehend die Zahl der gehaltenen Tiere, Nutzungsart und Standort mitzuteilen. Es ist täglich zu überprüfen, ob Vögel erkrankt oder gestorben sind. Sterben ungewöhnlich viele Tiere, muss dies sofort dem Veterinäramt mitgeteilt werden. Es dürfen ohne Ausnahmegenehmigung keine Vögel oder deren Produkte aus den Zonen hinaus- oder hineingebracht werden. Vogelschauen sind untersagt.
Die beschriebenen Regelungen gelten für alle Haltungen unabhängig von der Größe – egal ob Hobby-Haltung oder gewerbliche Haltung.
Innerhalb der Drei-Kilometer-Schutzzone wird das Veterinäramt alle Geflügelhaltungen untersuchen. Darüber hinaus werden bestimmte Betriebe auch in der Überwachungszone untersucht.
Die Allgemeinverfügung mit allen geltenden Regelungen sowie weitere Informationen sind unter lkgi.de/aktuelle-tierkrankheiten/#gefluegelpest zu finden.
Die Karten der eingerichteten Zonen sind online zu finden unter https://t1p.de/vnqzr
Info: Geflügelpest
Alle Geflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten, können sich mit dem Erreger der Geflügelpest infizieren. Bei Hühnern und Puten können innerhalb weniger Tage vollständige Bestände erkranken und sterben.
Das Geflügelpestvirus ist bisher nicht gut an den Menschen angepasst. Daher wird es nur sehr selten auf Menschen übertragen. Durch das aktuelle Ausbruchsgeschehen besteht keine Gefahr für Menschen in der Umgebung.
Geflügelpest kann jedoch großes Tierleid und wirtschaftliche Schäden verursachen. Kranke Tiere scheiden den Erreger massenhaft mit dem Kot sowie mit Schleim oder Flüssigkeit aus Schnabel und Augen aus. Bei direktem Kontakt stecken sich andere Tiere durch Einatmen oder Aufpicken von virushaltigem Material an.
Allgemeinde Informationen zur Geflügelpest bietet das hessische Landwirtschaftsministerium unter www.landwirtschaft.hessen.de/Tierschutz-und-Tierseuchen/Tierseuchen/Gefluegelpest
Das Veterinäramt des Landkreises Gießen ist unter der Telefonnummer 0641 9390-6200 und per E-Mail an poststelle.avv@lkgi.de zu erreichen.
Semesterstart der Volkshochschule Landkreis Gießen: 560 Kurse in allen Regionen im Kreisgebiet
Schwerpunktthema in diesem Frühjahr: Gemeinsam statt einsam
Mit dem Start ins neue Semester setzt die Volkshochschule (vhs) des Landkreises Gießen einen inhaltlichen Schwerpunkt auf das Thema „Gemeinsam statt einsam”. 560 Kurse stehen im Programm, die verteilt auf allen Regionen im Kreisgebiet stattfinden und Menschen zusammenbringen werden.
„Die Volkshochschule ist einer der wenigen Orte, an denen Menschen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen ganz selbstverständlich zusammenkommen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Diese Begegnungen stärken den Zusammenhalt und sind ein großer Gewinn für unsere Gesellschaft”, betont Landrätin Anita Schneider. „Gerade in Zeiten zunehmender Vereinzelung leisten die Angebote der vhs einen wichtigen Beitrag zu mehr Miteinander im Alltag.”
Die vhs versteht sich als offener Lern- und Begegnungsort, an dem Teilnehmende und Kursleitungen in Kursen, Seminaren, Workshops, Bildungsurlauben oder Abendveranstaltungen gemeinsam lernen und sich austauschen, erläutert vhs-Leiter Torsten Denker und gibt einen Überblick auf die Neuerungen im Kurs-Programm des aktuellen Frühlingshalbjahrs.
Mehr Gemeinschaft bei gesellschaftlichen und kulturellen Angeboten erleben
Im Programmbereich Gesellschaft geht es um Orientierung, Mitgestaltung und den Austausch über aktuelle Fragen des Zusammenlebens.
So lädt ein Film- und Gesprächsabend mit der Filmemacherin Lea Semen am 20. Februar in Lich dazu ein, Einsamkeit zu thematisieren und Wege zu mehr Gemeinschaft zu entwickeln. In einem vhsTalk am 4. Februar wird der Umgang mit Fake News und Desinformation beleuchtet. Praktische Hilfestellung bietet zudem ein Kurs zu Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht. Natur- und Gemeinschaftserleben verbindet eine winterliche Pilzwanderung im Licher Wald am 25. Januar.
Der Programmbereich Kultur bietet ein breites Spektrum von Mal- und Zeichenkursen über Töpfern und handwerkliches Gestalten bis hin zu gesundem und kreativem Kochen, Textilgestaltung, Fotografie und Musik. Ein Kunstworkshop in Lich am 23. Januar richtet sich gezielt an Freundinnen, Freunde und Paare, die gemeinsam kreativ sein möchten. Kulinarisch lädt ein Kochkurs am 24. Januar dazu ein, Gerichte ohne Tafelsalz raffiniert zu würzen und neue Geschmackswelten zu entdecken.
Gesundheitskurse finden in allen Regionen des Landkreises statt und fördern Bewegung, Entspannung und Wohlbefinden. In Laubach beginnt am 3. Februar immer dienstags der Kurs „Fit und entspannt durch den Alltag”, der Abendkurs Wirbelsäulengymnastik donnerstags in Lich stärkt Rücken und Körperhaltung; ab dem 22. Januar.
Fremdsprachen- und Digitalisierungskurse auf dem Land etabliert
Ein vielfältiges Fremdsprachenangebot eröffnet Möglichkeiten zur sprachlichen und kulturellen Verständigung. In Biebertal können Teilnehmende donnerstags ihre Italienischkenntnisse auf dem Niveau A2 weiter ausbauen und dabei Sprache und Kultur gemeinsam vertiefen. Ein Spanischkurs in Hungen ermöglicht Anfängerinnen und Anfänger mit Vorkenntnissen einen praxisnahen Einstieg in die lebendige Alltagssprache. Neu im Programm ist ein Portugiesisch Kurs für Personen ohne Vorkenntnisse, der samstags ab dem 7. Februar stattfindet.
Im Bereich Arbeit, Beruf und Technik vermittelt die vhs praxisnahe Fähigkeiten. Ein Kurs zum Zehn-Finger-Tastschreiben ab dem 28. Januar in Lich stärkt sicheres und entspanntes Arbeiten am Computer. In Laubach richtet sich ein „Café Digital” speziell an Frauen und greift Fragen von Kontakt, Kommunikation und Veränderung durch Digitalisierung auf.
Volkshochschule sucht stets Menschen, die ihr Fachwissen teilen möchten
„Unser besonderer Dank gilt allen Lehrkräften, die ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Engagement in die vhs einbringen”, sagt vhs-Leiter Torsten Denker. „Sie machen die Vielfalt und Qualität unseres Programms erst möglich. Gleichzeitig laden wir Menschen mit Fachwissen und Freude am Vermitteln herzlich ein, sich bei uns zu melden und als Kursleitung Teil der vhs-Gemeinschaft zu werden.”
Das komplette Kursangebot steht online unter www.vhs-kreis-giessen.de Das Team der vhs-Geschäftsstelle informiert und berät gern zu allen Fragen rund um das Bildungsangebot, Telefon: 0641 9390-5700.