TSV Krofdorf-Gleiberg stellt neuen Pächter für Turnhalle vor

Willkommen beim TSV Krofdorf-Gleiberg. Die TSV-Vorstände Kay Drescher und Dr. Jürgen Leib (r.) mit dem neuen Pächter der Turnhallen-Gaststätte, Thorsten Fenderl (l.), und dessen Sohn Jonas. (Foto: no)

Wettenberg (no). Die vor 70 Jahren eingeweihte Turnhallen-Gaststätte des TSV Krofdorf-Gleiberg steht seit dem 1. Oktober unter neuer Leitung: Thorsten Fenderl übernahm das Vereinslokal, von dem aus auch die angrenzende Mehrzweckhalle bewirtschaftet wird, quasi das Bürgerhaus. Der 56-Jährige setzt gewissermaßen eine Familientradition fort. Von 1957 bis 1959 sowie von 1965 bis 1967 waren seine Großeltern Josef und Rosina Fenderl herzensgute Wirtsleute in der Turnhall’, von 1992 bis 2012 hatten seine Eltern das Sagen hinterm Tresen, Marlene und Erhard, der legendäre „E”. Hernach war Thorstens ehemalige Ehefrau Tanja Lauber Wirtin.

Thorsten Fenderl will für frischen Schwung sorgen im Traditionslokal, das nach der „Corona-Delle” nicht wieder so in die Gänge gekommen war, wie man sich das auch beim Verpächter gewünscht hätte, dem 2500 Mitglieder zählenden Turn- und Sportverein. Was hat er vor, der ambitionierte Mittfünfziger, der anbei auch Chef des Edeka-Marktes in Lohra ist und folglich in Krofdorf auf ein fleißiges Team setzen muss, darunter sein seither bereits in der Turnhalle tätiger Filius Jonas.

Einen Ruhetag soll es zunächst nicht mehr geben. Täglich sei von 17 Uhr an geöffnet, sagte Fenderl dieser Tage im Pressegespräch. Neu aufgelegt wird eine „Kleine Karte” für den Alltag, zudem will der Wirt einzelne Speise-Aktionen bewerben. Auch das wird anders: Durch den Zapfhahn läuft von Mitte Oktober an Bier aus der 1705 gegründeten Brauerei Bosch in Bad Laasphe bei Biedenkopf; der drittältesten Braustätte in Nordrhein-Westfalen.

„Ich möchte gemeinsam mit meinem Team und den örtlichen Vereinen einen alten und gleichwohl auch neuen Weg einschlagen. Die Turnhallen-Gastronomie soll wieder stärker Treffpunkt und Anlaufstelle für die Ortsvereine sein.” Diese seien wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens. „Ob Vereinsfeier, Vorstandssitzung, Mitgliederversammlung oder gemütlicher Stammtisch, die Räumlichkeiten stehen den Vereinen gern zur Verfügung. Nicht zu vergessen die Familienfeiern, aus welchem Anlass auch immer.” Ziel sei es, „unkomplizierte und passende Möglichkeiten für unterschiedliche Veranstaltungen und Zusammenkünfte anzubieten”. Man werde sich anstrengen, verspricht Fenderl: „Ein Vereinsgasthaus allein ist kein Selbstläufer mehr.”

Wie beurteilt der TSV-Vorstand das neue, auf zunächst fünf Jahre ausgelegte Pachtverhältnis? Vorsitzender Kay Drescher und dessen Vize Dr. Jürgen Leib betonten bei einem Willkommenstreff Ende September, man sei „heilfroh, dass Thorsten hier den Hut aufsetzt”. Es sei schwer, für eine Gaststätte dieses Zuschnitts und dieser Funktion einen motivierten und zudem lokal verankerten Gastronomen zu finden. Das Haus sei ja im Bedarfsfall, je nach Saison, auch für die ansonsten vom Sport vollends genutzten Mehrzweckhalle zuständig. Daneben gibt es noch, ohne Gastro-Infrastruktur, die vollumfänglich ausgelastete Eduard-David-Sporthalle. 

Nachdem während der Corona-Jahre aus Fördermitteln der öffentlichen Hand und mit Geld des TSV für rund 80.000 Euro eine nagelneue Gastronomieküche eingebaut worden war, plant der neue Pächter für 2027 eine umfassende Gastraum-Renovierung. „Erst müssen wir allerdings in die Gänge kommen.” Der Verein werde mitziehen und sich auch finanziell engagieren, unterstrichen Drescher und Leib, wie etwa bei der schon erledigten Erneuerung von Kühl- und Tresentechnik. Aus gutem Grund: „Das Haus ist für den TSV wie für das ganze Dorf lebenswichtig, ist ein Faktor für gedeihliches Miteinander. Und es ist – da man Burg Gleiberg und das ‚Lava’ der Gastronomiesparte Restaurant zuordnen – das letzte ganz normale Wirtshaus am Ort.”

Übrigens: Als junger Mann war der künftige Wirt 1993/94 für eine Kampagne Krofdorf-Gleiberger Fastnachtsprinz. Sein närrischer Name damals lautete „Thorsten I., Herrscher der Turn- und Sporthallen-Gastronomie sowie über die Lager und Regale beim Peppi”. Der Vater hatte gerade das TSV-Gasthaus übernommen und er, der Sohn, arbeitete als „Mädchen für alles” im Krofdorfer Edeka-Markt. Herkunft prägt, wirkt, wenn man so will, verpflichtend.

Zur Neueröffnung wird, nach einer schöpferischen Pause vom 1. Oktober an, für den 16. Oktober eingeladen.

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