
Die Almrocker rockten das Festzelt am 1. Festabend
(Foto: Volker Mattern)
(vm).“Seit 80 Jahren ein Stück Heimat” – ein Slogan, hinter dem soviel mehr steckt. Die Kirmes in Wißmar zählt seit Jahrzehnten zu den erfolgreichste ihrer Art, führt Menschen aus allen drei Wettenberger Ortseilen und darüber hinaus zusammen und ist in der Tat ein Stück heimatliche Identität. Dahinter steht die vor 80 Jahren gegründete Burschenschaft „Kleeblatt”. Nachdem bereits die eher inoffiziellen Aktionen wie die Aufstellung des Kirmesbaums mit knapp 200 Gästen, sowie Zeltversammlung und Alligatorentreffenschon ein traditionelles Spektakel waren, zeigten die eigentliche Festtage, dass die Dorf- und Vereinsgeminschaft funktioniert. Mit einer großen Jubiläumsparty rockten zum Auftakt die „Almrocker” die Zeltbühne auf der Festwiese. Verbunden damit das große Burschen- und Mädchenschaftstreffen.

2 Kilomter durchs Dorf zog der Kirmeszug
(Foto: Volker Mattern)
Viel Zeit zum Verschnaufen, vor allem für die „Kleeblätter”, blieb nicht, denn Höhepunkt und eine besondere Attraktion war anderentags der Jubiläumsfestzug. Ein besonders langer und bunter Lindwurm zog zwei Kilometer über die Straßen des „Hanjer”-Dorfes. Mit dabei diesmal auch die Mädchenschaft „Glückauf”, die auf ihre 50jähriges Bestehen blickt und als bienenfleißige Schar ein wichtiger Aktivposten ist, um mit Frauenpower den Festbetrieb im Zelt mit am Laufen zu halten. Mit dabei auch die ehemaligen Watze und prominentester unter Ihnen, Marc Nees, Wettenbergs Bürgermeister, echter Wißmarer Bub und stolz darauf vor 30 Jahren beim 50jährigen Jubiläum, die Ehre gehabt haben zu dürfen, Kirmeswatz zu sein.

Heute 95 Jahre alt und 1955 war Willi Stroh Kirmeswatz – neben ihm der neue Watz, Niclas Rink
(Foto: Volker Mattern)
Sage und schreibe 95 Jahre alt ist Willi Stroh, der 1955 Watz war und nun am Festzug, mit weiteren älteren Mitstreitern die Ehre hatte, auf einer Kutsche mitfahren zu können. Eine weitere Besonderheit: Seit 30 Jahren lenkt Gerhard Pohl das Pferdegespann mit dem Wagen, auf dem die Festkapelle Platz nimmt; diesmal die „Hopferstädter”. Brav gehorchten die beiden Süddeutschen Kaltblüter, Lukas und Nuri ihrem Chef und dies auch schon seit 15 Jahren als treues Gespann. Den Festzug führten Jannis Geng und Justin Kämmerer an, die die Vereinsfahne ersteigert hatten. Kirmeswatz Niclas Rink hielt sich bei Alexander Stroh auf, der die „Chaisse” (Bollerwagen) schieben durfte. Der Watz hielt nicht nur mit dem Kirmesschlachtruf seine „Schäfchen” zusammen, sondern schenkte an die vielen Zaungäste auch kräftig Spirituosen aus, was bei 35 Grad Celcius gut ankam. Nach dem Umzug begann im Festzelt der Familiennachmittag, Kaffee und Kuchen gehörten mit zum Angebot. Nahtlos ging es abends weiter mit dem großen Volksfest mit Tanz, zu dem ebenfalls wieder die „Hopferstädter” aufspielten. Auch den Frühschoppen begleiten die Musiker aus Würzburg und der war auch geprägt von einer großen Verlosung. Die Burschenschaftler um ihren Vorsitzenden, Lucca Schmitz, waren restlos zufrieden mit dem Verlauf und Zuspruch einer ganz besondere Kirmes, bei der auch die Festschrift reisenden Absatz fand.

Mit dabei im großen Festzug, die Mädchenschaft „Glückauf” die seit 50 Jahren besteht
(Foto: Volker Mattern)







