(mav).Wir haben uns hier oben sehr wohl gefühlt”, so Alexandra Rinn und Michael Habermehl. Beide gehören, neben 10 weiteren Mitglieder, zur bekannten Mundartgruppe „Heinrich”. Die bestritt nach eigener länger Pause und auch erstmals auf Burg Gleiberg dort selbst ein Konzert, das den Akteuren ebenso viel Freude bereitet hatte wie einem begeisterten Publikum. Der Eintritt war frei und der Aufruf für Spenden zugunsten des Gleiberg-Verein, respektive für die Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen an der Burg, ergab, gemeinsam mit der Spende von Vereinsmitglied Jürgen Müller, der die Kosten für das Konzerts übernommen hatte, 1.800 €. Der Scheck wurde jüngst von ihm, im Beisein von Alexandra Rinn und Michael Habermehl, an den Schatzmeister des Gleiberg-Verein Karlfried Philipp und den 2. Vorsitzenden Gerhard Schmidt übergeben. 1 Jahr an Planung und Vorbereitung bedurfte der Auftritt der „Gruppe Heinrich” und man könne sich gut vorstellen, nicht zum letzten Mal innerhalb des alt-ehrwürdigen historischen Baudenkmals mit lustigen und auch tiefsinnigen Texten, in heimischen Mundart und Tracht, aufzutreten. Grade der 2. Konzertteil hatte in den Darbietungen einen besonderen lokalen Bezug zu Wettenberg und der Burg Gleiberg. Darauf können man sicherlich aufbauen, konnte sich Gerhard Schmidt vorstellen. Wichtig war es den beiden „Gruppe Heinrich”- Vertretern, auch gegenüber Burggastronom Axel Horn für dessen Betreuung vor und nach dem Auftritt sowie in der Pause ebenso zu danken, wie Stephan Wießner von Flash-Light.

Jürgen Müller (2.v.l.) überreichte im Beisein von Alexandra Rinn und Michael Habermehl (rechts) den Scheck an Karlfried Philipp und Gerhard Schmidt (v.l.).

(Foto: Mattern)

(vm). Das war aller Ehren wert und nicht nur unter dem Aspekt, dass Künstler aus Krofdorf-Gleiberg es schafften, die katholische Kirche St. Rapahel in Wißmar zu füllen, wie Edwin Borg es mit augenzwinkerndem Witz am Schluss des Konzertes anmerkte. Ein Konzert, das von der Familie Bernsdorff bestritten wurde. In Analogie der Endungen des Familiennamens mit den beiden „ff” trug das gut zweistündige Programm auch den Namen „Die Welt ist ein DorFF”. Es war ein besonderes Highlight im Rahmen des äußerst erfolgreichen Projektes „Luft nach oben”, bei dem sich Kunst, Musik Vorträge und Gesprächsabende in großer Vielfalt begegnen und das katholische Gotteshaus auf angenehme und bereichernde Weise zur Kulturkirche werden lassen. Edwin Borg ist Leiter dieses Projekts. Kaum „Luft nach oben” bot der konzertante Abend, der gut 150 begeisterte Gäste auf eine musikalische Weltreise mitnahm, kostenfrei, ohne Buchung und Ticket. Dabei unterstrichen die Akteure um Thomas Bernsdorff, mit seiner Ehefrau Sigrid, Sohn Yannick und Tochter Janine Mac-Evoy sowie Schwiegertochter Svenja, ihre musikalische Klasse durch geschulte Stimmen und virtuosem Gitarrenspiel, welches vor allem das Familienoberhaupt in Perfektion zelebrierte. Am Schluss hatten die Weltenbummler ihr Publikum in fünf Kontinente mit 18 Ländern entführt und dabei auch durch ihre Fremdsprachenkenntnis die Gäste in Erstaunen versetzt und dieses Paket an großer künstlerischer Vielfalt wurde immer wieder mit begeisterten Applaus quittiert. Ob in englisch, oder französisch, in schottisch-gälisch, oder russisch, in der Vielfalt unterschiedlicher Sprachgruppen des afrikanischen Kontinents oder auch nur auf österreichisch und hier aber mit dem typischen deutsch-österreichischen Sprachvarianten vorgetragen, waren Inhalt und Titel der 26 Stücke immer passend, eindrucksvoll und textsicher vorgetragen. Dabei lebte ihre Vielfalt von der Mixtur aus weltlicher und geistlicher Literatur, mit humorvollem Hintergrund, ebenso wie mit tiefgründigen Botschaften. Mit der von Thomas bravourös gemeisterten, spieltechnischen Herausforderung des barocken Stückes „Jesus Joy of man’s desiring”, begann das Konzert und fand seine unmittelbare Fortsetzung mit dem sozial und -gesellschaftskritischen Hit von Udo Jürgens und dem „Ehrenwerten Haus”, gesungen von Yannick. Die Reise begann und 1. Ziel war Großbritannien. Svenja schaffte es nicht nur gesanglich bei dem Stück „Mama who bore me” zu überzeugen, sondern auch durch die begleitende Gebärdensprache ihrem Auftritt das zentrale Thema dieses Musicals zu vermitteln. Mit der tiefgründigen, Folk-inspirierten Hymne über familiäres Erbe, entführten mit dem Song „Irish Eyes” Janine und Svenja dann nach Irland. Von dort ging es mit Thomas und seiner Gitarre nach Spanien und diesen besonderen Zauber entlockte er seinem Instrument mit dem andalusischen Flamenco-Titel „Asturias”. Dem Kongo und Kenia statteten alle Künstler gemeinsam dann auf dem afrikanischen Kontinent einen Besuch ab und aus dem Musical „Tarzan” war das Stück „Dir gehört mein Herz (Svenja u. Yannick) zu hören und Yannick trug mit viel Pathos „Baba Yetu” vor. Zuvor jedoch der gemeinsame Auftritt aller Fünf und ihrem bemerkenswerten mehrstimmigen Gesang bei der Interpretation des Stückes „Africa” von Toto. Kein Weg zu weit und Chile stand als nächstes auf der Reiseroute. „Ma’s de ti en mi”, gesungen auf spanisch von Janine, die damit ihr in spanisch selbst geschriebenes und produziertes Erstlingswerk vortrug. Südamerikanisch blieb es bei den Folgestücken aus Brasilien „Aquarela do Brasil”, aus Paraguay „Julia Florida” und aus Argentinien „An Englishman in Buenos Aires”. In diesem Block wechselten lebhafte und sinnliche Klänge, dank des Charmes der Einheit von Thomasund seiner Konzertgitarre. Im letzten Stück vor der Pause spielte er begleitend die Bassgitarre im Billy Joel-Hit „For the longest Time”. So abwechslungsreich und spannend ging die musikalische Reise weiter über die USA, Neuseeland, nach Schweden und hinüber in das russische Reich und von dort in den mediterranen Sünden nach Italien, wo Yannick stimmgewaltig mit „Nessun dorma” aus der Puccini-Oper für Gänsehaut sorgte. Während dann „Der dritte Mann” von Thomas wieder mit Gitarre die melancholische Stimmung des Wiener Schauplatzes wiedergab, folgte gleich darauf das mit satirischem Charakter unterlegte Stück des bekannten Komponisten, Sängers und Dichters, Georg Kreisler „Das Mädchen mit den drei blauen Augen”. An Édith Piaf kommt man in Frankreich nicht vorbei und damit auch nicht an ihrer ersten Eigenkomposition „La Vie En Rose”, dargeboten von Yannick. Die raue Schönheit Schottlands kann auch das Thema „Liebe” und Beweis hierfür „Heart of Stone” und „A Mhaighdean Bhan Usual”, bei denen Sigrid und Svenja glänzten. Inspiriert von ihrem Aufenthalt in Schottland, schrieb und komponierte Janine das Stück „Home” und entsprechend damit verwachsen war es ihr sehr emotionaler Vortrag. Selbst die schönste Reise geht einmal zuende und was bleibt, sind gute Erinnerungen, auch an diese Bildungsreise in eine Welt, die ein „DorFF” sein kann. „Liebe bleibt”, so der letzte Titel und stehende Ovationen gab es nach der Zugabe „Goodnight Sweetheart”. Der Dank galt auch dem Ton- und Lichttechniker,Johannes Umbach, der alles mit fachtechnischer Kompetenz in Szene setzte.

Ein musikalisches Familienunternehmen aus Krofdorf-Gleiberg sorgte für Begeisterung in der katholischen Kulturkirche Sta Raphael in Wißmar. (Foto: Volker Mattern)

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