80 Jahre Burschenschaft, 50 Jahre Mädchenschaft – Kirmes an diesen Wochenende

Watzetreffen.

(Repro: Volker Mattern)

(vm).Keineswegs übertrieben, wenn es am Schluss der Festschrift heißt, „Ein Fest für Wißmar – eine Geschichte für alle Generationen”. Diese Geschichte begann vor 80 Jahren und beschreibt über die Jahrzehnte das Vereinsleben der Burschenschaft „Kleeblatt” Wißmar und logischerweise damit eng verknüpft, die der Kirmes. Otto Drommershausen, Kurt Frank, Otto Leib, Alfred Stroh, Kurt Stroh, Walter Stroh, Willi Werner, Kurt Winter und Willi Würtz waren die Gründungsmitglieder, die 1946 auf Initiative des Grundschullehrers Fröde im Gasthof „Dicken Wilhelm” die Burschenschaft „Kleeblatt” aus der Taufe hoben. Willi Würtz wurde 1. Vorsitzender und 1. Kirmeswatz war Kurt Stroh. Die 1. Kirmes fand in der Gründungsgaststätte statt, denn dort gab es auch einen Tanzboden. Die Anfänge kurz nach Ende des 2. Weltkrieges waren nicht leicht und die amerikanische Besatzungsmacht erschwerte das Vereinsleben. Um Bier für die Kirmes 1947 zu beschaffen, brachten die Burschen Gerste nach Gießen zu dem Amerikaner und wurde dabei auch noch übers Ohr gehauen, glaubt man den Darlegungen in der Festschrift. 1949 spielte erstmals eine weit angereiste Kapelle auf der Kirmes – die Hauskapelle des damals bekannten „Maier-Gustl” aus Frankfurt. Es gab in Wißmar seinerzeit noch eine weitere Burschenschaft mit Namen “Einigkeit”, die aber ihrem Namen nicht gerecht wurde und sich auflöste, so dass die „Kleeblätter” das Alleinstellungsmerkmal hatten. Die Mitgliederzahl stieg auf 40 im Jahre 1960. Kappenabende, Kutschfahrten und Himmelfahrtswanderungen gehörten zum festen Jahresprogramm, ebenso wie erstmals die öffentlichen Nachkirmes-Veranstaltungen im Wolfschen Saal. Das Vereinsleben blühte. Mit dem Beatabend gewann man junge Menschen und 1970 nahm die Burschenschaft erstmals am Gießener Fastnachtszug teil.

Kirmesbeerdigung in den 1980er Jahren

(Repro: Volker Mattern)

Ein Jahr später das 25jährige Jubiläum, gefeiert mit keiner geringeren Formation als „Ernst Mosch und seiner lustigen Egerländer”. Als Meilenstein gilt das Jahr 1972 als die Gemeinde Wißmar einen Festplatz an der Grundschule errichtete und dort die erste eigene Kirmes stattfand, allerdings noch mit Festwirt. 1973 begeisterte eine Starparade mit Heino und ein Jahr später mit Josef Augustin und den Original Donauschwaben die Festgäste. Im gleichen Jahr wurde der „Wutschedoag” eingeführt. Diese Wanderung am Tag nach Weihnachten ist bis heute fester Bestandteil im Vereinskalender der Burschenschaft. 1975 übernahm die die Kirmes vollständig in Eigenregie. Ein Jahr später das 30jährige Jubiläum mit dem 1. Watzetreffen. 1978 beteiligten sich die Kleeblätter selbstverständlich an der 1.200-Jahr-Feier. 1986 stand ganz im Zeichen des 40jährigen Jubiläums mit zahlreichen Veranstaltungen übers Jahr. Die Fremdensitzung sagte man 1991 wegen des Golfkrieges ab und als einer der ersten Ortsvereine verzichtete die Burschenschaft auch auf die Poltertradition. Das Goldene Jubiläum folgte 1996, mit großem Festzug unter Gründerbeteiligung, Ehrenmitgliedern und ehemaligen Wätzen sowie allen weiteren Ortsvereinen und in Verbindung mit der Kirchengemeinde fand die Totenehrung statt. 1997 spielten erstmals die „Triefensteiner Musikanten” auf der Kirmes und hielten als Stimmungsgarant der Burschenschaft zwei Jahrzehnte die Treue. 1998 fanden die „Kleeblätter” mit der Gaststätte „Erlenhof” bei Wirtin Steffie eine neue Heimat. Das die Kirmes in Wißmar DAS Ereignis schlechthin bei den„Hanjern” ist, zeigte auch das Jahr 2009, als man den Durst des Besucherandrangs nur noch mit der Errichtung einer 5. Theke stillen konnte. Vor 10 Jahren konnte das 70jähriger Bestehen gefeiert werden. Danach kam die Corona-Pandemie, die erschwerte Umstände nach sich zog, aber die „Kleeblätter waren findig und überstanden auch diese besonderen Herausforderungen, ohne dass das Vereinsleben und die Kirmes gelitten hätte. 80 Jahre Burschenschaft „Kleeblatt” heißt auch 50 Jahre Mädchenschaft „Glück Auf”. Die Damen sind fester und wichtiger Bestandteil der Kirmes. 1976 schlossen sich 13 Frauen zusammen und legten den Grundstein für ein Erfolgsrezept, bei dem unzählige Mädels den Verein bislang trugen und Freundschaften erwuchsen. Und was gehört bei der Kirmes zu den Aufgaben der Mädchenschaft? In der Festschrift ist unter diesem Kapitel zu lesen: „Blumenbinden, Scheisshausputzen, Sektbarmotto festlegen, Deko basteln und Sektbarverkauf. Eine Funktionierende Kirmes braucht eben viele Unterstützer. Burschen und Mädchen trafen sich bereits zum Blumenbinden. Die Kirmes beginnt am Samstag, 8. August, um 20 Uhr mit einer Jubiläumsparty mit den „Almrocker”. Sonntag setzt sich um 14 Uhr der Festzug in Bewegung. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen Im Festzelt und ab 20 Uhr Volksfest mit Tanz mit den der Kapelle „Die Hopferstädter”. Der Frühschoppen am Montag beginnt um 11 Uhr und ab 20 Uhr Volksfest mit großer Verlosung und wieder spielen „Die Hopferstädter”. Das Team um Vorsitzenden, Lucca Schmitz, ist bester Dinge, dass die Jubiläumskirmes ein voller Erfolg wird.

Zum 50jährigen 1996 zeigen sich die damals noch lebenden Gründungsmitglieder vor der Vereinsfahne

(Repro: Volker Mattern)

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