
Das Multikulturelle Orchester spielte beim KuKuK
(Foto: Volker Mattern)
(vm).Besucher des KuKuK (Kunst- und Kulturkreises Wettenberg) hatten die wunderbare Gelegenheit, neben einer, pfiffigen und vielfältigen Ausstellung, eine besondere Kombination aus Kunst und Musik zu erleben. Knapp hundert Besucherinnen und Besucher waren es, die das Multikulturelle Orchester Gießen mit Musik aus allen Erdteilen erleben durften, meisterlich geführt vom charismatischen Gründer des Orchesters und Geigenvirtuosen, Georgi Kalaidjiev. Dieses Mal gesellte sich ein weiterer Akteur dazu: Der Künstler Pjervoy Ogonjuk hatte zwölf Geigenkästen mitgebracht, die er künstlerisch aufwendig gestaltet hatte, um zusammen mit dem Orchester ein Gesamtkunstwerk zu schaffen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Dieterich Emde, der die erkrankte KuKuK-Vorsitzende, Barbara Yeo-Emde vertrat, eröffnete Janika Epe das Konzert mit »Samiotizza«, einem alten griechischen Lied. Es folgte von Wladimir Sivitski „Ni silazi sa cardaka” ein serbisches Stück, das von einem beliebten Menuett Luigi Boccherinis abgelöst wurde. Die musikalische Reise führte weiter über Persien mit Parviz Mahmoud`s Lied „Im Herz des Königs”, dann über Frankreich mit Danse des Sauvages von Jean-Phillippe Rameau bis nach Ungarn zu Josef Kosma und dem bekannten „Autumn leaves” Zu jedem Musik-Vortrag stellte Pjervoy Ogonjuk einen seiner Geigenkästen vor, dessen Gestaltung jeweils dem Thema bzw. Komponisten gewidmet war, der gerade zu Gehör kam. Eine wunderbare Ergänzung des von Orchester und Sängerin meisterhaft Dargebotenen. Mit langem Applaus nach jedem Stück bedankte sich das begeisterte Publikum. Nach der Pause ging es mit „Babuba” von Ahmet Kaya (1957 – 2000) in die Türkei und dann weiter über den Atlantik nach Argentinien. Dem berühmten Libertango von Astor Piazolla galt lang anhaltender Applaus. Viktor Kley war der nächste Komponist: Mit dem Lied „O Sol”, einer Lobeshymne auf die Sonne, setzte sich die Reise Richtung Brasilien fort. Zurück in Europa ging es nach Rumänien: „Ionel lonelule”, 1937 von George Enescu komponiert, und von dort nach Georgi Kalaidjievs Heimat Bulgarien mit Krivo Sadovskos „Bulgarische Collage”. Der Orchesterleiter selbst beendete das Konzert mit einer Eigenkomposition, einer fröhlichen Ode an die Liebe. Als Zugabe sang Janika Epe anstelle von Barbara Yeo-Emde »From a distance«. Vor 15 Jahren wurde das Orchester von Georgi Kalaidjiev und Maria Hauschild in Sliven, Bulgarien gegründet, als Kinderhilfsprojekt »Musik statt Straße«. Inzwischen ist es nicht nur im Gießener Raum, sondern in ganz Europa bekannt. Bis jetzt konnte mehren hundert Kindern mit diesem Projekt geholfen werden, neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Einen stetigen Anteil an dem Erfolg der Initiative hat das Multikulturelle Orchester, das immer wieder Benefizkonzerte für die Kinder ausrichtet, so auch bei diesem Konzert im KuKuK, das einen Spendenerlös von etwas über 1000 € einspielte. Am Schluss erinnerte Janika Epe daran, dass der Orchesterleiter bei seinen jährlichen Fahrten nach Bulgarien gerne auch gespendete Musikinstrumente für das Projekt mitnehmen würde. Mehr Informationen auf der Webseite: https://musik-statt-strasse.jimdofree.com/helfen/


