Festreden, Ehrungen, Singen, gemeinsames Essen – Heimatverein Zsámbék blickte zurück auf 40 Jahre seines Bestehens

Thilo Hain (5.v.l.), Ralf Volgmann (3.v.l.) und Janos Bechthold (rechts) mit den Jubilaren Dieterich Emde, Gisela Hecker, Gerhard Schmidt und Horst Winterkorn (v.l.)

(Foto: Volker Mattern)

(vm).Am 19. September 1986 begann mit der Gründung des Heimatvereins Zsámbék in Wißmar eine neue Epoche der am 7. Oktober 1988 unterzeichneten Partnerschaft zwischen Wettenberg und Zsámbék (Ungarn), die 1993 auf Tök (Ungarn) erweitert wurde. Das 40jährige Bestehen des Vereins sei keine Selbstverständlichkeit und beruhe auf den Säulen von Menschen, die zu den Gründern gehörten und ihn durch vielfältiges Engagement, Herzblut und Überzeugung in den Folgejahren am Leben erhielten, sagte Vorsitzender Thilo Hain bei der Begrüßung der Gäste der Geburtstagsfeier im Saal des Restaurant „Sängereck”. Unter ihnen als Vertreter aus Ungarn, Janos Bechthold, der einen Gruß des deutschen Partnerschaftsvereins aus Zsámbék übermittelte. Ein Verein lebe nicht von seiner Satzung, sondern von Menschen, die sich zu ihm bekennen. Thilo Hain verwies auf die Entwicklung und die stetige Anpassung der Zielsetzung an gesellschaftliche und politische Veränderungen. Längst sei es auch Aufgabe des Heimatvereins, die internationalen Jugendaustausche, zu denen auch die französischen Partnerstädte Sorgues und Grigny gehörten sowie die Schüleraustausche mit der GGL (Gesamtschule Gleiberger Land) zu unterstützen. Vielfach wurde bei den Reden am Festabend lobend die Feuerwehr, die mit Roberto Röhrsheim und Sebastian Moos vertreten waren und dem Vorstand des Heimatvereins angehören, erwähnt. Dank richtete sich auch in Anwesenheit an Volker Wehrum, Lehrer an der GGL und seit Jahren verantwortlich für die Schüleraustausche. Mit der Weiterführung von Tradition, bei aller Offenheit für Neues und vor allem für junge Menschen sowie bei gleichzeitiger Wertevermittlung des Miteinander, Geselligkeit und dem Gefühle, Teil einer Gemeinschaft zu sein, formulierte Thilo Hain seine Zukunftswünsche. Stellvertretend für Bürgermeister Marc Nees, verlas der Beigeordneter und für das Arbeitsfeld „Partnerschaften” zuständige, Ralf Volgmann, dessen Grußwort. Auch er lobte das Engagement der Feuerwehr in den partnerschaftlichen Beziehungen und verwies mit dem Blick auf die internationalen Jugendcamps und Schüleraustausche auf die Wichtigkeit und Bedeutung, junge Menschen bereits für die Idee der Partnerschaften zu gewinnen und zu begeistern. Die Partnerschaft sei ein Stück Geschichte von Wettenberg, die ein stabiles Fundament bilde um sie gefestigt in die Zukunft führen zu können, so die Worte des Bürgermeister. Zu Beginn des Gruß- und Dankeswortes von Janos Bechthold wurde in Pflege alter Traditionen aus Zsámbék die Volkshymne der Deutschen in Ungarn gesungen. Kaum ein anderer wäre als Chronist besser geeignet gewesen als Ehrenbürgermeister, Gerhard Schmidt. Im ersten Teil seines Festvortrages skizzierte er mit Blick auf die alte Heimat der Ungardeutschen und ihre Vertreibung die Entwicklung bis zur Verteilung der Menschen entlang der Bahnstrecke von Waldgirmes bis Salzböden. Nach Festigung der Beziehungen zwischen Einheimischen und Vertriebenen nach 1946 konnte wieder im Alltag einkehren. Die in der Bergstraße erbaute Gaststätte Dix war für den Zusammenhalt der Ungardeutschen wichtig und deshalb folgerichtig, dass dort auch der Heimatverein Zsàmbèk aus der Taufe gehoben wurde. Matthias Tiefau wurde zum Vorsitzenden gewählt, Toni Pfendert sein Stellvertreter. Eine Satzung definierte die Ziele und dabei stand zunächst die Bewahrung der Kultur der Deutschen (Donauschwaben) aus Ungarn, die Förderung der Heimatkunde und die Pflege der Zusammengehörigkeit mit den in der alten Heimat verbliebenen deutschen Mitbürgern im Mittelpunkt. Ein eigenes Museum in der ehemaligen Pfaffschule in Wißmar wurde eingerichtet und es galt, durch kulturelle Veranstaltungen und Heimattreffen den Satzungszielen gerecht zu werden. Die „Binkelbälle”, die traditionellen Weihnachtsfeiern mit Letschoessen, die „Knoblauchkirmes” auf der Röderheide mit der Ungarn-Deutschen Tanzgruppe und nicht zu vergessen, den auch bei der einheimischen Bevölkerung bekannten und beliebten „Schwabenbälle” in der Kongreßhalle in Gießen, waren es, an die Gerhard Schmidt erinnerte. Die „Europaecke”, mit kulinarischen Spezialitäten der Freunde, auch aus Sorgues und Grigny in Frankreich, bei den Krämermärkten in Wißmar. gehörten als wichtiges Zeichen der funktionierenden Partnerschaft dazu, so der Ehrenbürgermeister. Vorsitzende des Heimatvereins Zsámbék waren, nach Matthias Tiefau, eine kurze Zeit Anton Bader, dann folgte eine lange, segensreiche Arbeit durch den engagierten Vorsitzenden, Johann Hain. Nach dessen Tod übernahm für einige Jahre Ludwig Hankowetz das Zepter. Seit 2014 ist Thilo Hain an der Spitze des Heimatvereins. Neben Schüleraustauschen und dem Engagement der Feuerwehr würdigte Gerhard Schmidt auch die Unterstützung der Partnerschaft durch den KuKuK (Kunst- und Kulturkreis Wettenberg). Der Heimatverein Zsámbék sei nicht losgelöst zu sehen von den Ereignissen vor seiner Gründung und darauf abzielend skizzierte er die Anfänge der Partnerschaft 1985, als der damalige Bürgermeister, Günter Feußner, der bei der Geburtsfeier auch unter den Gästen war, gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Sorgueser Bürgermeister Fernand Marin, mit ihren Frauen auf Einladung des inzwischen ebenfalls verstorbenen Zsámbéker Bürgermeisters, Imre Zink, nach Ungarn reisten, bis zum Zeitpunkt, als am 7. Oktober 1988 in der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden im Bürgerhaus Wißmar, unter Beisein des 1. Botschaftssekretärs der ungarischen Botschaft, Josef Kovacz, mündete und zu einer Erfolgsgeschichte wurde. Mit einer beispielhaften Aufzählung guter Taten des Heimatvereins Zsámbék in Zsámbék und Tök endete der Vortrag von Gerhard Schmidt. Dem folgten Ehrungen durch den Vorsitzenden. Für 40jährige Mitgliedschaft wurden Gerhard Schmidt und Horst Winterkorn geehrt. Für zwei Jahrzehnte Vereinszughörigkeit erhielten Dieterich Emde und Gisela Hecker Urkunden. Bei den Jubilaren fehlten Regina Winterkorn, Theresia Schadeck und Barbara Yeo-Emde. Nach dem gemeinsame Essen sorgte Willi Skopko mit seinem Akkordeon für beste Stimmung. Gründungsmitglied Horst Winterkorn bereicherte die Feier mit zahlreiche Fotos aus der Vereinsgeschichte mittels Beamer.

Die Gründer von rechts Franz und Anton Danko, Toni Pfendert, Franz Engler, Sebastian, Ladislaus und Horst Winterkorn mit dem damaligen Vorsitzenden Johann Hain und BM Gerhard Schmidt

(Repro: Volker Mattern)

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