
Burkhard Barth, Benjamin Lachmann, Marc Nees und Jan-Erik Dort (v.l.) am optimierten Wegeführungsstück zur Lahnbrücke.
(Foto: Volker Mattern)
(vm).Die so oft propagierte Verkehrswende vollzieht sich im Kleinen. So zumindest die Beobachtungen der beiden Bürgermeister Marc Nees (Wettenberg) und Jan-Erik Dort (Lollar). Das hängt natürlich auch mit dem Angebot einer gut ausgebauten Infrastruktur zusammen. Auf Wißmarer Seite trafen sich, neben den beiden Bürgermeistern, noch der stellvertretende Fachdienstleiter für Bauen und Planen der Gemeinde Wettenberg, Benjamin Lachmann und Burkhard Barth, Chef des gleichnamigen Baggerbetriebs aus Lohra-Kirchvers. Die Firma hat in nur drei Tagen mit dem Bau der Rampe die Anbindung an die Brücke von der Wißmarer Seite aus fertiggestellt und optimiert. 16.000 € investierte Wettenberg in diesen „Schulterschluss”, mit dem auch pünktlich zum Abschluss der Brückensanierung, die Freigabe für den Rad- und Fußverkehr durch die Stadt Lollar erfolgte. Beim gestrigen Meeting vor Ort waren bereits zur frühen Stunde rund ein Dutzend Radfahrer unterwegs, was deutlich machte, wie wichtig dieses Infrastrukturprojekt ist. Es sei auch ein gutes Beispiel für eine unbürokratische interkommunale Zusammenarbeit der beiden Kommunen, wurde betont. Die Hauptabwicklung des Projektes liegt bei der Stadt Lollar und damit verbunden auch die Beantragung der Fördergelder und im Rahmen der Eindrittel-Zweidrittellösung erfolgt eine Verrechnung nach endgültigem Abschluss intern zwischen Lollar und Wettenberg. Mit der neuen Radwegeverbindung haben Radfahrer nun eine kürzer und vor allem sicherere Verbindung zwischen den beiden Kommunen – bislang musste der Weg über die Badeburg genommen werden. Die Rampe auf Wißmarer Seite wurde neu modelliert und entspricht mit einer Breite von 2,50 Meter den Anforderungen für Radwege, auch im Begegnungsverkehr. Die Randbereiche werden noch aufgehübscht, so das, nach derzeitigen Planungen, auch die Brücke vermutlich in der ersten Maihälfte offiziell, mit einem kleinen Volksfest, eingeweiht werden kann. Sie führt über die Lahn und die Flussmitte ist an dieser Stelle auch die Gemarkungsgrenze zwischen Lollar und Wettenberg. Die Brücke selbst hat ihre besondere Historie als Teil der ehemaligen „Kanonenbahn” und mit gewissen Charme konnte diese Geschichte auch baulich in Teilen noch dargestellt werden. Der neue Belag liegt auf den alten Brückenteilen und an beiden Brückenenden weisen in den aufgeweiteten Bereichen Felder mit groben Gleisschotter auf diese Geschichte hin. Auf ihrer gesamten Längen teilen Sitzmöglichkeiten den Brückenverlauf. Wie es hieß, ist die aus Wißmarer Sicht linke Seite die lastschwächere, während die andere Seite – dort wo auch der Schienenstrang verlief – die belastbarere und breite Seite ist, damit dort im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht auch im Winter der Streu- und Räumdienst gewährleistet werden kann. Brücke und optimierte Anbindung durch die Rampe sind Teil des Lahnradweges „Radweg Deutsche Einheit”, der vor allem in den Frühjahrs und Sommermonaten als attraktive Nahverbindung zwischen Marburg und Wetzlar gerne und viel radelnd genutzt wird. Er führt auch vorbei am Holz- und Technikmuseum Wißmar und dem benachbarten Pumptrack. Beide Einrichtungen sind aus touristischer Sicht markante Einrichtungen und werden durch die Radwegeverbindung noch weiter aufgewertet.


