Kirchenfenster begeisterte Gäste aus Thüringen und dem Hüttenberger Land – Führung mit Pfarrer Christoph Schaaf in der Evangelischen Margarethenkirche Krofdorf

Von der Burg Gleiberg kamen sie und hier in der Krofdorfer Margarethenkirche wurde der Besuch der Gäste aus Thüringen und dem Hüttenberger Land abgerundet

(Foto: Volker Mattern)

(vm).Zurück an alter Wirkungsstätte, für einen Tag. Pfarrer Christoph Schaaf, der nach über 30 Jahren Dienst in Krofdorf-Gleiberg und Wettenberg vor eineinhalb Jahren die Gemeinde im Gleiberger Land Richtung Hüttenberger Land verließ, hatte 30 Gäste aus der evangelischen Kirchengemeinde Erfurt-Kühnhausen sowie seiner neuen Kirchengemeinde Kleebachtal in seiner Obhut. An seiner neuen Wirkungsstätte, mit den drei Kirchengemeinden Kleebachtal, Ebersgöns und Hochelheim-Hörnsheim, pflegen die beiden Orte Niederkleen und Dornholzhausen, die gemeinsam mit Oberkleen die Gemeinde Kleebachtal bilden, seit Anfang der 80iger Jahren eine lebendige Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Erfurt-Kühnhausen mit jährlich gegenseitigen Besuchen. Wie schön die Heimat ist, erfährt man als Alteingesessener wieder neu durch die Begeisterung von Menschen, die „nur” als Gäste zu Besuch sind, wie jene Abordnung aus Thüringen, die vom Besuchsprogramm sehr angetan war davon, das die Denkmalstiftung Evangelische Kirchen Krofdorf und Gleiberg, gemeinsam mit Christoph Schaaf verantwortete. Im Mittelpunkt dieses Besuchs standen Führungen in den beiden Kirchen – der Evangelischen Katharinenkirche Gleiberg und der Evangelischen Margarethenkirche Krofdorf. Im Besonderen ging es hierbei um die von Prof. Johannes Schreiter, künstlerisch gestalteten sechs Kirchenfenster in der Krofdorfer Kirche. Dass es mehr als Fenster sind, erläuterte Christoph Schaaf seinen Gästen mit großer Sachkenntnis und lebendiger Erzählkraft. Zusammen mit Presbyterium und der Frauenhilfe konnten die ersten Fenster – im Chorraum – einst als Kunstprojekt verwirklicht werden. Viele Telefonate und persönliche Gespräche waren erforderlich, die in erster Linie Christoph Schaaf ab 2005 mit dem Künstler und dem Glasstudio Derix in Taunusstein führte. Doch neben der Geschichte dieses Prozesses und seiner 10 Jahre dauernden Realisierung aller insgesamt sechs Fenster galt vielmehr die Aufmerksamkeit den Kunstfenstern an sich und ihrer besonderen, künstlerischen Strahlkraft und Bedeutung. Sie stellen in ihrer Einzigartigkeit einen Zyklus dar.

Christoph Schaaf erläutert den Gästen die Aussagen und symbolische Bedeutung der Kunstfenster in der Margarethenkirche

(Foto: Volker Mattern)

Wenn farbloses Tageslicht durch Glasmalerei Kontur und Leuchtkraft gewinnt, sei es wie eine himmlische Botschaft, so der Pfarrer. Diesen, auf der Bibel beruhenden, Glaubensbotschaften in ihren unterschiedlichen symbolischen Bedeutungen, wohnt zunächst deswegen etwas Geheimnisvolles inne, weil der unbedarfte Betrachter nicht auf den ersten Blick erkennt, was der Künstler zum Ausdruck bringen will. Umso deutlicher wurde und interessanter erschien alles durch Christoph Schaafs Erläuterungen, der seinerzeit in vielen Begegnungen mit dem Künstler in dessen Gedankenwelt Eingang finden durfte und nun seinen Gästen während der Führung die unterschiedlichen Aussagen der Kunstwerke näherbrachte. Eine Symbiose bilden die drei Fenster im Altarraum. Das nach Osten gerichtete, unmittelbar hinter dem Altar befindliche Hauptfenster, erschließt in einfacher und klarer Linienführung das Thema der Auferstehung Christi am Ostermorgen und schließt auch das Himmelfahrtsgeschehen mit ein. Gegenüberliegend befindet sich das mit dem Hautfenster im Altarraum korrespondierende Westfenster der Orgelempore, mit dem Thema „Gotteslob”. Die Worte aus Psalm 113,3 „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn”, finden sich hier in Farbgebung und der Gestaltung wieder. Das Südfenster über dem künstlerisch akzentuierten Taufstein stellt das evangelische Sakrament der Taufe dar und gegenüberliegend im Nordfenster sprechen Farbe und Gestaltung die Bildsprache des weiteren Sakraments, dem Abendmahl. Beim Eintritt in die Margarethenkirche waren die Gäste berührt und fühlten sich magisch von der goldgelben Wirkung der drei Altarfenster angezogen. Wie Christoph Schaaf erläuterte, waren dies auch die Gedanken und beabsichtigten Wirkungen von Johannes Schreiter, der seine Kunstobjekte als „bescheidene Transportmittel” verstanden wissen will, um die Konzentration allein auf Gott zu richten. Zwischen den eingängigen Informationen zu den sechs Fenster spielte Prof. Thilo Marauhn Stücke im Jazzstil auf der Orgel. Sich alleine auf die Fenster zu konzentrieren, wäre unvollkommen gewesen. Vor Betreten des Gotteshaus hatte Christoph Schaaf mit einem kleinen Exkurs zur Historie der Kirche, deren romanischer Vorgängerbau 1271 urkundliche Ersterwähnung fand, auf die Führung im Inneren eingestimmt und darauf hingewiesen, dass man sich auf einem der ältesten Stätten Krofdorfs bewege. Die Gäste hatte der amtierende Pfarrer der Kirchengemeinde Wettenberg, Dr. Soonmyung Kwon, willkommen geheißen, darunter auch seine Amtskollegin aus Erfurt-Kühnhausen, Pfarrerin Julia Braband, sowie Wettenbergs Ehrenbürgermeister, Gerhard Schmidt. In dessen Amtszeit fiel Ende 2006 die Gründung der Denkmalstiftung Evangelische Kirchen Krofdorf und Gleiberg. Gerhard Schmidt, selbst Gründungsmitglied und bis heute Mitglied des Stiftungsrates, betonte am Rande der Führung die Bedeutung der Stiftung, die sich für den Erhalt der beiden historischen, denkmalgeschützten Bauwerke einsetze. Die Margarethenkirche war der Abschluss für die Gäste, deren Programm bereits auf Burg Gleiberg begann. Dort hatte sie Prof. Wolfgang Sander vom Stiftungsrat und Andreas Kraft als Vorsitzender des Gleiberg-Verein, der ebenso Mitglied des Stiftungsrates ist, der begrüßt. Der von Andreas Kraft organisierte Transporter sorgte zudem für einen reibungslosen Tagesablauf der Gäste. Mit ihrer Kostümführung „Deibelsspuk und Schwerterklang” verstanden es Dr. Jutta Failing und Peter Meilinger, die historische Burg in ihrer Geschichte bis heute lebendig zu erzählen. In der Evangelischen Katharinenkirche Gleiberg betonten sie schließlich deren baulichen Besonderheiten und charakteristischen Ausstattungsobjekte. Im Anschluss daran folgte der von Stiftungsratsmitglied, Jan Schepers, geführte Abstieg vom Gleiberg zum Mittagsstopp mit Stärkung auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins Krofdorf-Gleiberg, der auf seinem Obstbaumgrundstück sein Apfelweinfest feierte.

Das Westfenster der Orgelempore hat das „Gotteslob” zum Inhalt

(Foto: Volker Mattern)

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